Smarte Daten für mehr Gesundheit

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CeBIT 2016: FIT-Wissenschaftler Fouad Bitti (links) präsentiert der Ministerin für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen Svenja Schulze und Prof. Michael ten Hompel, Institutsleiter Fraunhofer IML, FITs E-Health und Telecare System.

Fraunhofer FIT zeigte auf der CeBIT 2016 ein E-Health und Telecare-System. Damit könnten ältere Menschen zukünftig in ihrem Zuhause besser medizinisch betreut werden. Zudem wurde vorgeführt, wie der Datenaustausch zwischen Patienten, Ärzten und Krankenhäusern sicher und effizient durchgeführt werden kann. Die Lösung wurde in Kooperation mit der Bayer AG entwickelt und basiert auf einer für die Fraunhofer-Initiative »Industrial Data Space« entwickelten Architektur.

Herzstück des E-Health / Telecare-Systems ist ein Smart-TV im Wohnzimmer des Patienten. Das System integriert Erfassung, Darstellung und Auswertung verschiedener Vitalparameter, etwa Gewicht, Aktivität, Blutdruck, Blutzucker, sowie Videotelefonie mit dem Hausarzt oder Verwandten und Freunden. Zusätzlich ist ein Info-Kanal integriert, über den der Nutzer sich über Gesundheit und chronische Krankheiten informieren kann. So können insbesondere ältere Menschen mit chronischen Erkrankungen in ihrem Zuhause besser medizinisch betreut und gleichzeitig die Anzahl der Arztbesuche möglichst gering gehalten werden.

Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels in Deutschland und dem Problem der medizinischen Versorgungsabdeckung in ländlichen Regionen zeigt das System seine Vorteile. Hier würden sowohl Ärzte, Krankenkassen und Patienten gleichermaßen profitieren. Den Patienten ermöglicht das System ein einfaches und effizientes Selbstmanagement des eigenen Gesundheitszustandes. Kurzfristig vereinbarte Videotelefonie-Arzttermine würden die Praxen entlasten und den Patienten lange Anfahrtswege und Wartezeiten ersparen.

Die Datenströme mit Vitaldaten der Patienten können mit Big-Data-Technologien kontinuierlich analysiert werden. So ist es möglich, bei akut auftretenden Problemen, etwa Bluthochdruck oder Unterzuckerung, den Patienten oder einen Arzt darauf hinzuweisen und geeignete Gegenmaßnahmen zu empfehlen. Um falsche Warnmeldungen zu vermeiden, wird bei der Analyse der Datenströme die Datenqualität der gelieferten Sensordaten mit überwacht.

Besonderer Wert wird auf die digitale Souveränität der Patienten gelegt. Ein grundlegender Teil des entwickelten Systems ist eine Plattform für den sicheren Austausch von Daten zwischen den Besitzern der Daten und den einbezogenen Dienstleistern. Eine Weitergabe der Daten an unbefugte Dritte wird damit ausgeschlossen. Die Lösung basiert auf einer für die Fraunhofer-Initiative »Industrial Data Space« entwickelten Architektur. Diese erlaubt den Datenaustausch über gesicherte Verbindungen in Big Data-Umgebungen und ist universell über verschiedene Szenarien und industrielle Anwendungsbereiche hinweg einsetzbar. Grundsätzlich werden dabei die Rechte des Dateneigners über ein Prinzip der ad-hoc Vernetzung geschützt.