TELIPRO

Internetportal für telemedizinische Lifestyle-Programme

© Foto ratmaner/Shutterstock

Das Anwendungszentrum SYMILA des FIT in Hamm hat im Auftrag des Deutschen Instituts für Telemedizin und Gesundheitsförderung, kurz DITG, ein telemedizinisches Internetportal für Diabetiker realisiert. Als Herzstück eines E-Health Interventionssystems sammelt das Portal die mit telemedizinischen Geräten gesammelten Daten, erstellt Auswertungen und ermöglicht eine personalisierte Ansprache durch Coaches des DITG. Die Programmteilnehmer werden durch gezielte Lebensstilinterventionen zum selbstständigen Umgang mit ihrer Krankheit geschult und ihre Lebensqualität nachhaltig verbessert.

Das Deutsche Institut für Telemedizin und Gesundheitsförderung (DITG) entwickelt im Auftrag von Krankenversicherungen, Unternehmen der Pharmaindustrie und Unternehmen mit betrieblichem Gesundheitsmanagement Gesundheitsprogramme und führt diese durch. Ziel ist eine erhöhte Lebensqualität der Programmteilnehmer bei gleichzeitig sinkenden Leistungsausgaben.

Für das DITG hat das FIT-Anwendungszentrum SYMILA in 2015 ein telemedizinisches Online-Portal zur Gesundheitsberatung und zum Monitoring von Diabetes-Typ 2-Patienten entwickelt und in Betrieb genommen. Die Programmteilnehmer erhalten verschiedene telemedizinische Geräte zur Vitaldatenerfassung, etwa Blutzuckermessgerät, Waage und Schrittzähler, deren Messwerte in Echtzeit im Portal zusammenlaufen. Dort werden die Daten grafisch aufbereitet und stehen dem Teilnehmer und den Coaches des DITG zur Verfügung.

Beim Überscheiten vorher definierter Richtwerte versendet das Portal automatisiert Warnungen. Die Coaches können situationsangepasst intervenieren und etwaigen Risikosituationen gezielt begegnen. So erlernt der Programmteilnehmer, wie er am besten mit seiner Krankheit umgeht und seine Lebensqualität am wenigsten darunter leidet.

Dieses Portal wurde vom Fraunhofer FIT entwickelt und wird in einem eigenen Rechenzentrum betrieben, um die Anforderungen an Datenverfügbarkeit und Datensicherheit optimal zu erfüllen. Der Zugriff erfolgt über entsprechende Sicherheitsmechanismen. Ein hinterlegtes Nutzer- / Rollenkonzept regelt die Berechtigungen der einzelnen Anwender – vom Programmteilnehmer, seinen Angehörigen, den DITG-Coaches bis hin zu den involvierten Ärzten. Alle erhobenen Daten werden nach gesetzlichen Aufbewahrungsfristen gespeichert und gelöscht.

Das Portal arbeitet auf Basis einer offenen System-Architektur mit flexiblen Schnittstellen und ist modular aufgebaut. Dadurch ist es zur medizinischen Begleitung anderer Erkrankungen leicht erweiterbar, etwa Herzinsuffizienz oder chronische Atemwegserkrankungen (COPD).