Alterssicherung

Alterssicherung

Im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) werden von MIKMOD Untersuchungen zu Fragen der Alterssicherung vorgenommen. Einerseits fallen in diesen Bereich Schätzungen zu Reformvorhaben, wie bspw. die Ausweitung der Kindererziehungszeiten für vor 1992 geborene Kinder in der gesetzlichen Rentenversicherung oder Bezifferungen zur Einführung einer Lebensleistungsrente. Um solche und andere Fragen zur Alterssicherung beantworten zu können, werden die komplexen Regelungen der Alterssicherung und die damit verwobenen Sozialleistungen sowie die steuerlichen Aspekte in rechenbare Modelle übersetzt. Dafür sind umfangreiche Kenntnisse sowohl in der Steuergesetzgebung als auch in den einzelnen Sozialversicherungsgesetzen, insbesondere im SGB VI eine notwendige Voraussetzung. Eine Quantifizierung von finanziellen wie auch verteilungspolitischen Effekten von Reformvorhaben findet dann anhand geeigneter Datenquellen statt, die entsprechende Informationen zu den potentiell von einem Reformvorhaben betroffenen Personenkreis liefern. Primär wird für die Quantifizierung dabei auf Einzelfalldaten der deutschen Rentenversicherung zurückgegriffen, ergänzt durch weitere Datenquellen wie das Sozioökonomische Panel.

Andererseits beinhaltet der Bereich die Erstellung von Studien, wie die Ermittlung des Gender Pension Gap. Der Gender Pension Gap beschreibt die relative Lücke zwischen den durchschnittlichen eigenen Alterssicherungsleistungen von Frauen und denen von Männern. Zum Gender Pension Gap wurden in den letzten Jahren zwei Studien erstellt. Eine erste Studie im Jahr 2011 hat den Gender Pension Gap für Deutschland mit detaillierten Daten zu Alterseinkünften aus den »Studien zur Alterssicherung in Deutschland (ASID)« berechnet. Die Studie weist den Gender Pension Gap differenziert nach Region, Familienstand, Berufsabschluss, Geburtsjahrgang und dem Vorhandensein von Kindern aus. Eine zweite Studie im Jahr 2013 widmete sich der Fragestellung, inwiefern sich Merkmale der persönlichen Biografien von Frauen und Männern in der geschlechtsspezifischen Lücke der durchschnittlichen eigenen Alterssicherungsleitungen niederschlagen und dadurch zum Ausmaß des Gender Pension Gap beitragen. Zur Beantwortung dieser Fragestellung wurde auf Grundlage der ASID 2007 eine Oaxaca-Blinder-Dekompositionsanalyse für  Frauen und Männer mit eigenen Alterssicherungsleistungen im Alter zwischen 65 und bis unter 70 Jahren vorgenommen - die jüngsten in den Daten verfügbaren Rentnerkohorten. Die Analyse zeigt, dass zwei wesentliche Faktoren, in denen sich die Biografien von Frauen und Männer unterscheiden und die zum Gender Pension Gap beitragen, die Anzahl der Erwerbsjahre und die Bildung sind. Über die vergangenen Jahrzehnte hat sich die Qualifikationen von Frauen deutlich verbessert und auch ihre Erwerbsbeteiligung hat signifikant zugenommen. Diese Faktoren können dazu beitragen, den Gender Pension Gap zukünftig zu verringern und damit die geschlechtsspezifische Lücke in den eigenen Alterssicherungsleistungen zu schließen.