ERMA

Krisenmanagement-Plattform für Behörden und Rettungsorganisationen

© Foto Fraunhofer FIT

Katastrophenmanagement ist gekennzeichnet durch ein Überangebot an Informationen, das die involvierten Behörden und Rettungsorganisationen im akuten Einsatzfall in kürzester Zeit bewältigen müssen. Dies umfasst etwa Lageberichte, Sensordaten, die jeweiligen Standorte der Einsatzkräfte, Wetterinformationen und Vorhersagen, Zustandsberichte oder Informationen anderer beteiligter Organisationen.

Die Krisenmanager stehen vor der Aufgabe, die Informationsfülle auszuwerten und die für die aktuelle Einsatzplanung richtigen Entscheidungen zu treffen, also beispielsweise zu bestimmenwie

  • die augenblickliche Krisensituation und ihr späterer Verlauf zu bewerten ist,
  • wie die Teamarbeit zwischen den Beteiligten informationstechnisch unterstützt werden kann,
  • wie Arbeitsabläufe vorgegeben und dem aktuellen Informationsstand angepasst werden können, sowie
  • wie betroffene Personen (Bürger oder Einsatzkräfte) in den jeweiligen Risikogebieten gewarnt und benachrichtigt werden können.

Das Projekt ERMA entwickelt eine entsprechende Krisenmanagement-Plattform für kleine und mittlere Behörden, die ein- und ausgehende Informationsflüsse aufbereitet, strukturiert und bündelt. Durch einen modularen Aufbau soll sie an die jeweiligen Bedürfnisse der Kommunen anpassbar sein.

Funktionen

Die ERMA Krisenmanagement-Plattform beinhaltet:

  • Entscheidungsunterstützungssystem bestehend aus Schlüsselindikatorauswertungen mit Kartendarstellungen; inkl. Einbindung, Auswertung und Visualisierung von Sensor- und Messdaten (z.B. Pegelstände)
  • Workflow-Engine, die Arbeitsvorgänge durch die Modellierung und Einbindung von Ablaufregeln unterstützt
  • Citizen Relationship Management System zur verbesserten Kommunikation vom und zum Bürger, inkl. Alarmierungskomponente (für Handys und Festnetz)
  • Kollaborationssoftware für den geregelten Informations- und Datenaustausch zwischen allen beteiligten Rettungsorganisationen und Behörden
  • Modularer Aufbau und SOA Architektur zur individuellen Anpassung an lokale Begebenheiten und Einbindung lokaler und externer Quellen; Anbindung an externe Systeme und Architekturen, die beispielsweise die EU Projekte Orchestra und OASIS bieten.

Beitrag Fraunhofer FIT

Das Fraunhofer FIT unterstützt das Projekt ERMA durch technische und wissenschaftliche Koordination, Design und Implementierung der Komponenten zur Entscheidungsunterstützung sowie der Workflowmodule. Zudem wird Fraunhofer FIT basierend auf aktiver Forschung und Erfahrungen im Bereich Public-Private-Partnerships Geschäftsmodelle zum Betrieb der Plattform nach Projektabschluss entwickeln.

Das Projekt ERMA (Electronic Risk Management Architecture) wurde von der Europäischen Kommission im 6. Rahmenprogramm, strategisches Ziel IKT für das Umweltrisikomanagement, gefördert.