Projektionen des Arbeitskräfteangebots

Ein weiterer Schwerpunkt der Forschungsgruppe MIKMOD sind qualifikations- und berufsspezifische Projektionen des Arbeitskräfteangebots. In früheren Forschungsarbeiten wurden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Informations­technik FIT wieder­holt Projektionen des Arbeitskräfteangebots im Auftrag der BLK und des BMBF erstellt. Seit 2008 erstellt die Forschungsgruppe MIKMOD im Rahmen eines Kooperationsprojekts QuBe mit dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) und dem Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) Projektionen zum zukünftigen Angebot an Arbeitskräften nach Qualifikationen und Berufen. Dabei werden Zu- und Abgänge im Erwerbspersonenbestand nach Bildungsabschlüssen und Berufsfeldern differenziert fortgeschrieben, um das zukünftige Arbeits­kräfte­angebot unter Berück­sich­tigung der erwarteten demographischen Ent­wicklungen zu beschreiben.

Für eine Projektion des Erwerbspersonenangebots nach Qualifikationsstufen ist die Aufbereitung von Daten und Bestimmungsgründen für die Angebotsentwicklung, also der Bevölkerungsentwicklung einschließlich Wanderungen sowie des Bildungs- und Erwerbsverhaltens zwingend erforderlich. Von besonderer Bedeutung sind dabei die Abgänger aus dem Bildungssystem und deren formale Qualifikation und erlernter Beruf. Sie bestimmen – zusammen mit den Wanderungen – die zukünftige Qualifikations- und Berufsstruktur der Bevölkerung.

Sowohl die bisherigen Arbeitsangebotsprojektionen als auch der geplante neue regionalisierte Ansatz des Fraunhofer FIT basieren auf mehreren Übergangsmodellen, nach denen beginnend mit einer Ausgangspopulation zukünftige Erwerbspersonenbestände über Zu- und Abgänge modelliert werden. Einen Ausgangspunkt bildet somit die Analyse des Ist-Angebotes, wozu die Alters-, Qualifikations- und Berufsstruktur der Bevölkerung und Erwerbsquoten in Abhängigkeit von Alter, Bildung, Geschlecht und Berufsfeld des erlernten Berufes bestimmt werden. Die weitere Erwerbsbeteiligung des mit der Zeit alternden Ausgangsbestandes ergibt sich dann über die Anwendung der Erwerbsquoten. Hinzu kommt ein Neuangebot an Erwerbspersonen, das sich vorrangig aus heranwachsenden Jahrgängen sowie aus Zuwanderung speist.

Ein zentraler Aspekt bei der Projektion dieses Neuangebots besteht in der Modellierung seiner Qualifikationsstruktur unter Berücksichtigung der Wechselwirkungen von Bildungs- und Erwerbsbeteiligung. Zur Bestimmung des Neuangebots aus dem beruflichen Bildungswesen dient das von Fraunhofer FIT stetig weiterentwickelte Übergangsmodell des beruflichen Bildungswesens einschließlich Hochschulen, das auf Konzepten und Methoden der Bildungsgesamtrechnung des IAB fußt. Dieser Modellansatz eignet sich wegen der expliziten Modellierung des Bildungssystems sowohl für Langfrist- als auch verlässliche Mittel- und Kurzfristprognosen des zukünftigen Angebots an Erwerbspersonen.

Ab dem Jahr 2000 wurden von Fraunhofer FIT mehrere Arbeitsangebotsprojektionen für unterschiedliche Auftraggeber aus Politik und Wissenschaft erstellt. Die Datengrundlage, Methodik und Ergebnisse können den unten aufgeführten Veröffentlichungen entnommen werden.

Literatur