wearIT@work

© Foto Fraunhofer FIT

Entwicklung industrietauglicher Wearable-Computing-Lösungen

Im Projekt wearIT@work arbeiteten 36 europäische Partner an der Entwicklung professionell einsetzbarer Wearable Computing Lösungen für die Bereiche Produktion, Wartung, Krankenhaus und Notfallintervention. Unter Wearable Computing versteht man Geräte und Anwendungen der Informationstechnologie, die ihre Funktion ähnlich einfach erbringen wie unsere Kleidung. Beispiele sind etwa Sensoren und Displays, die in Textilien oder Visieren integriert sind.

Fraunhofer FIT leitete im Projekt den benutzerzentrierten Entwicklungsansatz für das Anwendungsfeld Notfallrettung und arbeitete dabei eng mit der Pariser Feuerwehr (BSPP) zusammen. Ziel war nicht die Entwicklung einer bestimmten Technologie, sondern einer integrierten nachhaltigen Lösungsstrategie, die die Organisation, ihre Mitglieder und die verwendeten Technologien gleichermaßen berücksichtigt. Das dabei gewonnene – und empirisch fundierte – Verständnis der Gestaltungsprozesse von technischen Lösungen im Bereich Notfallrettung ist neben den prototypischen Lösungen LifeNet und FireSimein Hauptergebnis des Projekts.

LifeNet – Navigationssystem für Feuerwehrleute

Ein besonders schwieriger und gefährlicher Einsatztyp ist die Suche und Rettung in raucherfüllten Umgebungen. Unter eingeschränkten Sichtverhältnissen nutzen Feuerwehrleute heute Seile zur Markierung des Rückwegs. Aber diese Seile können eingeklemmt und getrennt werden oder sich um Hindernisse wickeln.

Mehr Flexibilität und Bewegungsfreiheit bietet der Prototyp des Navigationssystems LifeNet, den Fraunhofer FIT entwickelt und im Trainingsgebäude der Pariser Feuerwehr ausgiebig erprobt hat. Das System stützt sich auf Sensorknoten, die von den Feuerwehrleuten automatisch ausgebracht werden, wenn sie sich in einem Gebäude bewegen. Durch Sensoren in den Stiefeln und weitere Komponenten, wie ein in die Atemschutzmaske integriertes Mikrodisplay, kann das System die Einsatzkräfte im Sensornetzwerk lokalisieren und Navigationsunterstützung anbieten.

FireSim – Prototyping-Ansätze für Notfallrettung

Das FireSim Brettspiel erlaubt in frühen Entwicklungsphasen mit wenig Aufwand die Simulation von Einsätzen und Technologien. Technologien werden mit Papier und Bleistift simuliert. So können die zukünftigen Benutzer von Anfang an am Gestaltungsprozess teilnehmen und früh Design-Rückmeldungen liefern. Um die Nachteile eines Brettspiels, etwa fehlende Interaktivität, auszugleichen, wurde die Mehrspieler-VR-Umgebung FireSim entwickelt. Damit können Prototypen realisiert werden, deren Benutzerschnittstellen, Oberflächendesign und Verhalten späteren realen Systemen sehr ähnlich ist.

Um Entwürfe auch während hoher physischer Belastung der Benutzer testen zu können, führen wir Feldstudien mit physischen Prototypen in der Trainingseinrichtung der BSPP durch. Dabei werden fehlende Funktionen bei Bedarf durch Hilfsmittel ersetzt und simuliert.

wearIT@work wurde von der EU im 6. Rahmenprogramm gefördert.