BRIDGE

IT-Systeme zum Management von Großschadensfällen

© Foto Fraunhofer FIT

Naturkatastrophen, Terroranschläge und technische Störungen in Großanlagen können zu humanitären Katastrophen führen oder erheblichen finanziellen Schaden verursachen. Trotz stetigen technischen Fortschritts stellen solche Katastrophen für die Gesellschaft noch immer eine Bedrohung dar. Insbesondere bei Störfällen unter Beteiligung unterschiedlicher internationaler Einsatzkräfte sind Kommunikationsprobleme – auch technischer Art – oft Hindernisse, die zu gefährlichen Verzögerungen führen oder bestimmte Hilfsmaßnahmen gar verhindern. Zusätzlich können unterschiedliche Organisationsstrukturen und auch individuelle Kriterien problematisch sein.

Hier entwickelt BRIDGE Lösungen, die Interoperabilität, Annäherung und Kooperation zwischen den Akteuren auf technischer und organisatorischer Ebene herstellen sollen. Diese Lösungen sollen eine Integration der Informationen und Daten in die bestehenden Arbeitsprozesse und Kommunikationswege gewährleisten, und darüber hinaus auch die Beiträge einzelner Individuen berücksichtigen. BRIDGE verfolgt im Detail drei wesentliche Ziele:

  • Entwicklung und Etablierung neuer Methoden und Tools zur Unterstützung und Optimierung der Kooperation und Kommunikation zwischen verschiedenen Ersthelfern
  • Erstellung und innovative Exploration eines gemeinsamen, umfassenden und verlässlichen Bildes vom Einsatzort
  • Ad-hoc Anbindung von Daten aus individuellen, heterogenen Datenquellen, und Integration dieser Ressourcen und Technologien in die Arbeitsprozesse

Soziale Praktiken, ethische Belange, sowie gesetzliche und bürokratische Anforderungen müssen bei der Realisierung dieser Vision berücksichtigt werden.

Erwartete Resultate

BRIDGE wird sozio-technische Innovationen im Bereich der Kooperation zwischen mehreren Ersthelfern von verschiedenen Behörden liefern. Ethnographische Arbeit wird ein tiefes Verständnis der Ersthelfer-Domäne konstruieren. Ein partizipativer Designprozess wird die Ideen aus dem Projekt in realitätsnahe Anwendung übersetzen. Die technische BRIDGE-Plattform liefert:

  • Eine Middleware zum Herstellen von Interoperabilität von Daten, Systemen und Technologien
  • Fortgeschrittene Mensch-Maschine Interaktion zur intuitiven Exploration eines hochqualitativen Bildes vom Einsatzort
  • Verbesserte organisatorische Arbeits- und Kommunikationsprozesse durch eine dynamische Modellierung der Kooperation zur Laufzeit

Im letzten Jahr des Projekts soll eine Komplettinstallation der BRIDGE-Plattform in einer krisenähnlichen Testumgebung mit realistischer Größenordnung evaluiert werden. Hierbei soll insbesondere das Zusammenspiel aller potentiell beteiligten Akteure (Einsatzzentrale, Polizei, Feuerwehr, Rettungssanitäter, einschließlich der Zivilisten am Ort der Katastrophe) untersucht werden.

Fraunhofer FIT in BRIDGE

Das Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT ist im BRIDGE Projekt für die technische Gesamtkoordination verantwortlich. Eine wesentliche Aufgabe von FIT wird die Anpassung und Weiterentwicklung der LinkSmart Middleware aus dem Hydra Projekt sein, die eine intelligente Vernetzung stationärer, mobiler und ubiquitärer Endgeräte ermöglichen soll.

Fraunhofer FIT wird weiterhin in einem benutzerzentrierten Designprozesses zentral an der szenarienbasierten Anforderungsanalyse beteiligt sein und interaktive Prototypen für den mobilen Einsatz entwickeln, die sich einfach, effizient und intuitiv im Notfalleinsatz bedienen lassen.

BRIDGE – Bridging Resources and Agencies in Large-scale Emergency Management wurde im 7. Rahmenprogramm der EU gefördert.