DIMMER

Smart Cities – Energieeffizienz in Stadtteilen

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Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) trägt in zunehmendem Maße zur Zukunftssicherung moderner Städte bei und ist eine wichtige Schlüsseltechnologie für die Bereiche Klimaschutz und Ressourceneffizienz. Dank Informations- und Kommunikationstechnologie ist es möglich, in Echtzeit auf Verbrauchsinformationen von Gebäuden zuzugreifen und somit zur Analyse und Optimierung der Energiebilanz beizutragen. Diese Konzepte lassen sich auch auf Stadtteilebene erweitern, indem IKT-Infrastrukturen sinnvoll vernetzt werden und heterogene Datenquellen über Status, Nachfragen und Kapazitäten von Energie in Entscheidungssystemen zusammengeführt werden. Ein weiterer Vorteil ergibt sich dabei aus der Möglichkeit, die so gewonnen Informationen mittels  3D-Modellen und innovativen Visualisierungs- und Interaktionskonzepten in Echtzeit an die Nutzer zurückzuspiegeln, um so energieeffizienteres Verhalten zu motivieren.

Um die Potentiale dieser Ansätze vollständig zu erschließen und in der Praxis zu erforschen, beschäftigt sich DIMMER mit folgenden Themen:

  • Schaffung von Interoperabilität zwischen heterogenen Technologien und Datenquellen und Entwicklung einer IKT-Infrastruktur zur Optimierung der Energieeffizienz auf Stadtteilebene
  • Entwicklung von interaktiven Nutzerschnittstellen zur Bereitstellung von Echtzeit-Verbrauchsinformation zur besseren Abschätzung von Auswirkungen des Nutzerverhalten auf den Energieverbrauch
  • Integration von Gebäudeinformationsmodellen (Building Information Model – BIM) mit Echtzeit-Verbrauchsinformationen und deren Erweiterung auf Stadtteilebenen. Diese sollen zu einem Informationsmodell für Stadtteile weiter entwickelt werden (District Information Model – DIM)
  • Entwicklung neuer Geschäfts- und Anwendungsmodelle für Energieversorger und andere Stakeholder

Das DIMMER System integriert Gebäude- und Stadtteil-Informationsmodelle mit Echtzeit-Verbrauchsinformationen und Nutzer-Feedback um Gebäudekonzepte effizienter zu gestalten. Darüber hinaus ermöglicht es den offenen Zugriff auf das System mit persönlichen Geräten und Augmented Reality (AR) zur Visualisierung relevanter Informationen mit dem Ziel der Verbrauchs- und Kostenanalyse sowie der Tarifplanung und -evaluation.

DIMMER Pilotstudien in Manchester und Turin

Zur Validierung des DIMMER Systems sind sowohl öffentliche Gebäude (Universitätscampus, Schulen) als auch Privathaushalte in gemischten urbanen Stadtteilen in Turin (IT) und Manchester (UK) in das Projekt integriert. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf historischen Gebäuden. Angestrebte Projektergebnisse beinhalten die nachhaltige Reduktion des Energieverbrauchs und des CO2-Ausstoßes durch die Umsetzung effizienterer Energienutzungsrichtlinien, basierend auf der tatsächlichen Verbrauchscharakteristik von Gebäuden und Einwohnern. Ein weiteres Ziel ist die effiziente Gestaltung und der Betrieb des Energieverteilnetzes auf Stadtteilebene.

Fraunhofer FIT in DIMMER

Fraunhofer FIT ist im Rahmen des Projektes verantwortlich für das Design und die Entwicklung der DIMMER Softwarearchitektur. Fraunhofer FIT bringt dabei sein Wissen und seine Erfahrung bei der Entwicklung von Middleware für energieeffiziente Systeme in das Projekt ein. Bereits bestehende Konzepte der LinkSmart Middleware werden genutzt und weiterentwickelt, um die Integration von heterogenen Technologien und Systemen in intelligenten Stadtteilkonzepten zu unterstützen. Darüber hinaus sollen auch zusätzliche Dienste zur effizienteren Energienutzung auf Basis der LinkSmart Middleware entwickelt werden.

DIMMER wird von der Europäischen Kommission im 7. Rahmenprogramm gefördert.