GreenCom

Das flexible Mitmach-Stromnetz

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Unter der technischen Leitung von Fraunhofer FIT wurde das EUProjekt GreenCom nach 42-monatiger Laufzeit erfolgreich abgeschlossen. Entwickelt wurde ein »Smart Energy Monitoring and Control System« zum Netzlast-Management regionaler Stromnetze. Auf der Insel Fur wurde eine Testumgebung mit 29 Haushalten installiert, die Wärmepumpen, Photovoltaik-Anlagen, Batteriespeicher und Smart-Home-Installationen integriert.

Die durch erneuerbare Energien verursachte ungleichmäßige Auslastung der Stromnetze erfordern Maßnahmen zur Vermeidung von Überlasten. Benötigt wird ein intelligentes, flexibles Versorgungsnetz, das den Schwankungen von Stromerzeugung und -nachfrage gerecht wird. Das Projekt »GreenCom« hat hier auf regionale SmartGrid-Lösungen gesetzt und auf der dänischen Insel Fur eine wirklichkeitsnahe Testumgebung realisiert. Zusammen mit dem lokalen Stromnetzbetreiber wurde ein »Smart Energy Monitoring and Control System« in 29 Privathaushalten installiert, das haushaltsbezogene Daten über Geräte, Sensoren, Aktuatoren und Smart Meters in nahezu Echtzeit sammeln, aggregieren und analysieren kann. Dabei wurden Wärmepumpen, Photovoltaik-Anlagen, Batteriespeicher und auch, die im Projekt vom Fraunhofer FIT realisierten, Smart-Home-Installationen an das System angebunden.

Mit der Datenanalyse wurden Verbrauchsdaten über Gerätetypen und -orte bereitgestellt sowie Vorhersagen (bis zu vier Stunden) ermöglicht und so der Energieaustausch planbar gemacht. Eine zeitversetzte Steuerung von Großverbrauchern in Haushalten vermied zudem Lastspitzen.

Darüber hinaus wurden dienten die erhobenen Daten auch zur Analyse bestehender sowie zur Entwicklung neuer Geschäftsmodelle. Diese sehen etwa einen neuen Marktteilnehmer vor, den sogenannten Aggregator, der Wärme als Service anbietet: Endkunden lassen zu, dass ihre Wärmepumpen ferngesteuert werden und bezahlen dafür weniger Heizkosten. Mindest- und Höchsttemperaturen werden vertraglich festgelegt. Der Aggregator kann flexibel auf das Stromangebot reagieren und verkauft diese Flexibilität an den Netzbetreiber. Der Bürger müsste der externen Steuerung nur zustimmen, ohne seine Nutzungsgewohnheiten zu ändern, da beispielsweise eine Wärmepumpe nicht dauerhaft in Betrieb sein muss und von außerhalb ohne negative Auswirkung gesteuert werden kann.