PARADISE

Mehr Datenschutz für Athleten

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Profisportler müssen ihre Aufenthaltsorte im Online-Meldesystem ADAMS der Welt-Anti-Doping-Agentur offenlegen. Die digitale Erfassung der persönlichen Daten steht im klaren Gegensatz zum Datenschutz in Deutschland. Im BMBF-Projekt PARADISE will Fraunhofer FIT mehr Transparenz im Umgang mit diesen Informationen schaffen. 

Athleten müssen sich regelmäßig unangemeldeten Doping-Kontrollen unterziehen. Zu diesem Zweck geben sie drei Monate im Voraus über ein Online-Meldesystem ihren jeweiligen Aufenthaltsort preis. Diese Vorgehensweise findet nicht nur positiven Anklang bei den Betroffenen – unter anderem, weil sie keinerlei Informationen über die Weitergabe und Aufbewahrung ihrer personenbezogenen Daten erhalten. Das BMBF-geförderte Projekt PARADISE (Privacy-enhanced And Reliable Anti-Doping Integrated Service Environment) hat zum Ziel, den Umgang mit personen- und ortsbezogenen Daten von Leistungssportlern zweckgebundener auszulegen. Eine vom FIT entwickelte sichere Systemumgebung soll gewährleisten, dass nur die für eine aktuell durchzuführende Dopingkontrolle benötigten Informationen aufgenommen und an berechtigte Dritte weitergegeben werden. Mit dem System können Datenschutz, Transparenz und die Souveränität der Athleten über ihre persönlichen Daten sichergestellt werden.

Kern ist der Einsatz einer tragbaren Technologie (Wearable), die nur bei Bedarf den Aufenthaltsort der Athleten ermittelt. Das heißt, erst wenn eine Dopingkontrolle ansteht, werden aktuelle Positionsdaten erhoben und übertragen. Dies ermöglicht eine Minimierung der aus Datenschutzsicht sehr bedenklichen Offenlegung der gesamten persönlichen Zeitplanung im ADAMS. Mit PARADISE können Athleten im Anschluss an eine Kontrolle einsehen, wann auf ihre personenbezogenen Daten zugegriffen wurde – eine enorme Erhöhung der Nachvollziehbarkeit gegenüber dem aktuellen System. Dabei sind überhaupt nur zweckgebundene Zugriffe möglich, indem PARADISE nur Kontrolleuren die Anfrage eines Aufenthaltsorts erlaubt, die für den aktuellen Zeitpunkt einen Kontrollauftrag haben.

Fraunhofer FIT koordiniert PARADISE und ist zudem für die Anforderungsanalyse und den Bau des Wearables zuständig. Überdies begleitet FIT auch die Pilotierung und Evaluierung der entwickelten Lösungen. Partner sind Fraunhofer AISEC, gekko mbH, TU Berlin, Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD) und Uniscon GmbH.