SatisFactory

Arbeiten 4.0 – Attraktivere Arbeitsplätze für Fabriken

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Fraunhofer FIT untersucht im EU-Projekt SatisFactory, wie die Arbeit in Fabriken attraktiver gestaltet werden kann. Dabei werden Industrie 4.0 Technologien wie cyber-physische Systeme einmal unter einem anderen Gesichtspunkt als der Produktivitätssteigerung betrachtet. Zudem wird der Einsatz von fabrikinternen sozialen Netzwerken und Gamification untersucht.

Auch wenn seit langem von der vollautomatischen, menschenleeren Fabrik geträumt wird, verbreitete Realität ist sie noch nicht geworden. Der Mensch wird noch für lange Zeit fester Bestandteil der Arbeit in Fabriken sein. Und während sich viele Industrie 4.0 Themen vor allem der Optimierung von Maschinen und Prozessen widmen, wird die Steigerung der Attraktivität des Fabrikarbeitsplatzes bisher vernachlässigt. Dabei ist es für Fabriken gerade wichtig an qualifiziertes Personal zu gelangen, indem sie sich attraktiv zeigen.

Im EU-Projekt »SatisFactory« untersucht Fraunhofer FIT, wie beispielsweise Sensornetzwerke und andere Internet der Dinge-Technologien zur Attraktivitätssteigerung eingesetzt werden können. FIT bringt hierfür seine etablierte Middleware LinkSmart® ein. Darüber hinaus leitet FIT den nutzer-zentrierten Entwicklungsprozess. Die Bedürfnisse der Arbeiterinnen und Arbeiter in drei Projektfabriken, einer Batteriefabrik, einer Roboterfabrik und einer chemischen Fabrik, wurden mittels umfangreicher Interviews genau untersucht. Die Arbeitenden sind in den gesamten Entwicklungsprozesses und die Evaluierung der entwickelten Prototypen mit einbezogen.

Des Weiteren möchte Fraunhofer FIT die soziale Interaktion innerhalb von Fabriken technologisch unterstützen. Konkret wird ein elektronisches System entwickelt, über das die Arbeitskräfte Verbesserungs­vorschläge einreichen können. Das System stellt sicher, dass die Vorschläge den richtigen Entscheider erreichen, und dass die entsprechende Person eine Rückmeldung erhält, ob ihr Vorschlag umgesetzt wird, oder auch, warum er nicht umgesetzt wird. Durch Vorschlagssysteme erfahren Arbeitskräfte Wertschätzung, während gleichzeitig viele Prozessverbesserungen aufgedeckt werden können. Die elektronische Variante stellt vor allem eine bessere Funktionsweise sicher, denn existierende Systeme führen schnell zu Frustration, wenn aufgrund fehlender Rückmeldungen das Gefühl aufkommt, dass Vorschläge eigentlich gar nicht erwünscht sind.