SEAM4US

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Nachhaltiges Energie-Management für U-Bahn-Stationen

Fraunhofer FIT hat im EU-Projekt SEAM4US ein Energiemanagement für U-Bahnstationen entwickelt. Durch die Integration von Messgeräten und Sensor-Aktuator-Netzwerken in die U-Bahn-Subsysteme sind Energieeinsparungen bis zu 21 Prozent möglich.

U-Bahnen sind das Rückgrat des städtischen Nahverkehrs, zugleich aber auch große Stromfresser. So verbraucht beispielsweise das gesamte Untergrundbahnsystem von Barcelona rund 63,1 Millionen kWh pro Jahr. Ein Drittel der benötigten Energie wird für den Betrieb von Subsystemen der U-Bahn-Stationen aufgewendet. Hierzu gehören beispielsweise die Belüftung, Rolltreppen, Aufzüge und die Beleuchtung. Würde man den Energieverbrauch nur um einige wenige Prozentpunkte senken, wäre der Stromspareffekt schon beachtlich.

Im EU-Projekt »SEAM4US« werden daher nachhaltige Energiemanagement-Technologien entwickelt, um den Energiebedarf der Teilsysteme zu reduzieren. Dies soll unter anderem durch zusätzliche Messgeräte und Sensor-Aktuator-Netzwerke gelingen, die in die Subsysteme integriert werden. Erforderliche Nutzer-, Umgebungs- und zeitliche Daten werden mit Hilfe einer von Fraunhofer FIT entwickelten Middleware erfasst. FIT leitet zudem die Systementwicklung innerhalb des Projektteams, führt die Anforderungsanalyse durch und ist verantwortlich für die Integration der unterschiedlichen Technologien in die SEAM4US-Plattform.

Das SEAM4US-System wurde in Barcelonas U-Bahn-Station »Passeig de Gràcia« installiert und getestet. Dieser Knotenpunkt ist eine der meistfrequentierten Stationen der katalonischen Hauptstadt. Vor der Installation des Systems wurden verschiedene Energiesparstrategien modelliert. Eine Langzeitsimulation ergab ein Einsparpotential von 13,3 Prozent – ohne dass die Passagiere Komforteinschränkungen in Kauf nehmen müssen. Lässt man geringe Einschränkungen zu, etwa eine moderate Senkung der Lichtintensität, sind sogar bis zu 21 Prozent möglich. Bezogen auf das gesamte U-Bahn-Netz Barcelonas entspräche dies dem Strombedarf von rund 2.900 Haushalten.