Storage4Grid

Ausbau erneuerbarer Energien durch Speicherung

© Foto Solar © bildergala/fotolia.de

Für einen erfolgreichen Klimaschutz sind erneuerbare Energien unabdingbar. Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, die CO2-Emission bis 2020 um mindestens 40 Prozent zu reduzieren. Photovoltaik-Anlagen sind hierbei ein wichtiger Faktor. Für die Stromnetz-Stabilität ist der Ausbau von Photovoltaik allerdings eine Herausforderung. 

Die Probleme sind bekannt: Wenn eine private Photovoltaik-Anlage mehr Strom produziert als im Haushalt verbraucht wird, muss dieser ins Netz eingespeist werden, da er im Haus nicht gespeichert werden kann. Hierauf sind die Stromnetze jedoch nicht ausgelegt. Die daraus folgenden Fluktuationen im Netz kann der Verteilnetzbetreiber (DSO = Distribution System Operator) nicht regulieren. Momentan wird mit sogenannten Abregelungen reagiert, sprich die Einspeisung der in Privathaushalten erzeugten Energie ins Stromnetz wird gedrosselt. Langfristig soll dieses Abregeln aber vermieden werden, um das Potential erneuerbarer Energien besser auszuschöpfen.

Im EU-Projekt »Storage4Grid« wird auf den Einsatz von Speichersystemen sowohl in Haushalten als auch auf Seite des Netzbetreibers gesetzt. Stromnetze mit einem großen Anteil verteilter Stromquellen wären so besser zu stabilisieren und der Energieanteil von erneuerbaren Energien ließe sich problemlos erhöhen. Neben der Stromspeicherung werden auch noch weitere Lösungsansätze verfolgt, etwa der Stromaustausch zwischen Nachbarn oder die Nutzung von Elektroautos als Ladepuffer. Letzteres würde auch das Szenario einer flächendeckenden Nutzung von E-Autos realistischer werden lassen.

Fraunhofer FIT bringt seine Expertise in die technische Umsetzung und Betreuung der Szenarien und die Entwicklung einer Simulationssoftware ein. Als Testfeld bietet sich wieder die Insel Fur an. Hier wurde bereits im EU-Projekt »GreenCom« ein »Smart Energy Monitoring and Control System« zum Netzlast-Management regionaler Stromnetze entwickelt. Basis war bisher eine Testumgebung mit 29 Haushalten, die Wärmepumpen, Photovoltaik-Anlagen, Batteriespeicher und Smart-Home-Installationen integrierte. Für Storage4Grid kommen zwei weitere Simulationsstandorte hinzu: Die Polytechnische Universität Bukarest und ein Netzbetreiber in Bozen, Italien, der gleichzeitig Elektromobilitäts-Provider mit einer großen E-Auto-Flotte ist.

Storage4Grid wird im Rahmen einer »Research and Innovation Action« durch die Europäische Union gefördert. Beteiligt sind Partner aus Rumänien, Italien, Portugal und Dänemark.