Prozessmanagement

Methoden und Werkzeuge des Prozessmanagements kommen immer wieder in verschiedenen Anwendungskontexten zum Einsatz, um Vorgehensweisen transparent zu gestalten und auf verschiedene Leistungseigenschaften wie beispielsweise Entwicklungsrisiken zu analysieren. Kernkompetenz des FIT sind eine nutzergerechte Modellierung von Verfahrensabläufen und die Integration der Prozesse in operative und technische Arbeitsabläufe. Hauptanwendungsgebiete sind komplexe Prozesse mit schwacher Determinierung wie etwa medizinische Diagnosen samt Behandlungsverfolgung oder Rettungsmaßnahmen im Katastrophenmanagement. Gleiches gilt für Kooperationsprozesse, die mit geeigneten Strukturen für die Arbeitsorganisation zu hinterlegen sind, oder auch wissenschaftliche Prozesse (Scientific Workflows), die sehr datenintensive Analyse- und Auswertungsverfahren verfolgen, aber auch technische Prozesse in der Industrie zu Ressourcenbeschränkungen. Konventionelle Modellierungsansätze können auf Grund ihrer stringenten Prozessfokussierung nur schwerlich erfolgreich sein, obwohl es immer wieder versucht wird, wie auch in den letzten Jahren mit einigen Papieren zur »Prozessmodellierung im Katastrophenschutz« dokumentiert. Ziel ist nicht die Automatisierung von Prozessabläufen im Sinne automatischer Vorgangsbearbeitung oder die Analyse von Laufzeiten, wie typischerweise für Ereignis gesteuerte Prozessketten, sondern die Schaffung von Transparenz über das Vorgehen zur Kommunikation zwischen Beteiligten und Qualitätsverbesserung. Im Notfallmanagement oder der Medizin steht die Erreichung taktischer Einsatzziele im Vordergrund. Die Optimierung der Ressourcennutzung ist eher nachgeordnet.

Ein wesentliches Alleinstellungsmerkmal dieser Methoden und Werkzeuge ist der Fokus auf die Anwender, die mit diesen Werkzeugen in die Lage versetzt werden sollen, ihre Vorgehensweisen selber zu erfassen, anstatt sie durch professionelle Prozessberater modellieren zu lassen. Somit müssen die Werkzeuge einerseits mit einer hohen Gebrauchstauglichkeit ausgestattet sein und andererseits die verschiedenen Terminologien der unterschiedlichen (Teil-)Domänen flexibel unterstützen können. Zudem ist bei diesen Modellierungswerkzeugen eine enge Integration in den Arbeitsalltag zu gewährleisten, was beispielsweise in einer medizinischen Anwendung dazu führte, das die modellierten Abläufe für die Anwender vordergründig nicht sichtbar sind. Die Ablaufstrukturen werden aber durch die proaktive Assistenz einer elektronischen Patientenakte »fühlbar«. Im Rettungswesen ist analog eine Integration mit dem Leitstand als das operative Rückgrat im Betrieb erforderlich. Ein Alleinstellungsmerkmal des FIT ist die Gestaltungskompetenz derartiger Modellierungsumgebungen für Anwender, was zuletzt durch den Outstanding Paper Award der eGov 2013 in der Kategorie »The most interdisciplinary and innovative research contribution« unterstrichen wurde.