EnArgus-Portal für Transparenz in der Energieforschung

Presseinformation / 6.4.2017

Im Projekt EnArgus (www.enargus.de) ist ein zentrales Informationssystem entstanden, das Politik, Projektträgern und der interessierten Öffentlichkeit einen zentralen Zugang zur Energieforschungslandschaft in Deutschland ermöglicht. Rund 22 000 geförderte Forschungsvorhaben seit dem Jahr 1968 wurden bereits erfasst. Das EnArgus-Portal wird bei den Berliner Energietagen vom 3. – 5. Mai 2017 präsentiert.

© Foto www.enargus.de

Bewilligte Summen je Bundesland im Bereich Windkraftanlagen.

© Foto www.enargus.de

Anzahl der Forschungsvorhaben je Bundesland im Bereich Windkraftanlagen.

Zwei erklärte Ziele des 6.Energieforschungsprogramms der Bundesregierung sind, staatliche Förderpolitik in der Energieforschung transparenter zu gestalten und die Bewertung von Technologieentwicklungen zu erleichtern. Vor diesem Hintergrund entwickelte ein Projektkonsortium unter Leitung des Fraunhofer FIT mit EnArgus ein zentrales Informationssystem für Energieforschungsvorhaben. Das Portal bietet einen einheitlichen und zentralen Zugang zu Informationen über die Energieforschung in Deutschland. Dabei werden bestehende staatliche Vorhabendatenbasen eingebunden und semantisch verknüpft.

»EnArgus verbindet die bestehenden Daten mittels einer eigens erstellten Fachontologie, die semi-automatisch aus über 2000 redaktionell erstellten Wiki-Texten abgeleitet wird. Die auf der Ontologie aufbauende semantische Suche ermöglicht eine treffsichere Recherche in großen Datenbanken von Fördervorhaben mit derzeit mehr als 22 000 Projekteinträgen. Die Darstellung erfolgt rückwirkend ab Beginn der elektronischen Aktenführung, so dass Vorhaben ab 1968 recherchierbar sind«, so Projektkoordinator Dr. Leif Oppermann vom Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT.

Die aufgelisteten Ergebnisse können nach Zeitraum, bewilligter Summe, Landesgrenzen und Zuwendungsgeber verfeinert und nach unterschiedlichen Kriterien sortiert werden. Außerdem können die Suchergebnisse in ein Diagramm oder eine interaktive Karte überführt werden. So lässt sich beispielsweise schnell herausfinden, in welchen Bundesländern oder Kreisen besonders viel zu einem bestimmten Energieforschungsthema geforscht wurde oder wird.

Neben dem öffentlichen Zugang stellt EnArgus einen internen, zugangsgeschützten Bereich für Ministerien und Projektträger bereit, der alle fachlichen Informationen zu den geförderten Vorhaben enthält, beispielsweise Antragsbeschreibungen oder Zwischen- und Abschlussberichte.

Zudem wurde das umfangreiche Fachwissen in ein gedrucktes Fachlexikon überführt. Das über 1000-seitige EnArgus »Energiekompendium« wird auf den Berliner Energietagen vorgestellt.

Über EnArgus

EnArgus ist ein gemeinsames Projekt von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus der Energieforschung und der Informatik. Die Entwicklung des Portals wurde vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert. Das EnArgus-Portal ist unter www.enargus.de/ erreichbar.

Projektpartner:

  • Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT
  • Fraunhofer-Institut für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie FKIE
  • Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI
  • Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT
  • OrbiTeam Software GmbH & Co. KG
  • Lehrstuhl Energiesysteme und Energiewirtschaft (LEE) der Ruhr-Universität Bochum
  • Institut für Wasserversorgung und Grundwasserschutz, Abwassertechnik, Abfalltechnik, Industrielle Stoffkreisläufe, Raum- und Infrastrukturplanung (IWAR) der Technischen Universität Darmstadt
  • Materialprüfungsanstalt Universität Stuttgart (MPA Stuttgart, Otto-Graf-Institut FMPA)
  • ZEDO Zentrum für Beratungssysteme in der Technik an der Technischen Universität Dortmund
  • Institut für Energie- und Klimaforschung – Systemforschung und Technologische Entwicklung des Forschungszentrums Jülich

Das Projektteam stellt das EnArgus-Portal auf den Berliner Energietagen vor, die vom 3. bis zum 5. Mai 2017 im Ludwig Erhard Haus stattfinden. Weitere Informationen gibt es auf www.energietage.de.