Leitung
Dr. Hermann Quinke
Telefon: +49 2241 14-2727
hermann.quinke@fit.fraunhofer.de
Seit rund 30 Jahren entwickelt die MIKMOD-Gruppe des Instituts anspruchsvolle, ökonomische Simulationsmodelle, erarbeitet empirische Expertisen und berät Fachreferenten in Bundesministerien. Die wichtigsten Auftraggeber sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung, das Bundesministerium der Finanzen und das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Drei Fragen interessieren typischerweise die Auftraggeber:
- Wie wirkt eine Reformalternative auf bestimmte Haushalte? Welche Gruppen gewinnen, welche verlieren?
- Was kostet sie dem Staat?
- Wie reagieren die Menschen auf geplante Veränderungen?
Vor allem die dritte Frage gewinnt zunehmend an Bedeutung für eine moderne Sozial- und Steuerpolitik: "Fördern und Fordern" ist ein Leitgedanke, politische Ziele nicht nur durch Pflichten zu erreichen, sondern Anreize für freiwillige Verhaltensänderungen zu schaffen.
MIKMOD stellt dieser politische Trend vor das methodische Problem, Verhaltensreaktionen in Simulationsexperimenten abzubilden: Die Frage ist nicht nur, wie sich die Gesetzesarithmetik auf eine Modellpopulation auswirkt. Zusätzlich interessiert, wie sich die Population strategisch an die neuen Regeln anpasst.
Dazu entwickelt MIKMOD innovative Anwendungen im Bereich Alterssicherung und Steuerpolitik. Methoden moderner Entscheidungstheorie unter Unsicherheit in dynamischen Systemen werden in komplexe Simulationsmodelle integriert. Auch zur Beantwortung distributiver und fiskalischer Fragen hat MIKMOD hoch spezialisierte Analysesysteme entwickelt.
MIKMOD begleitet analytisch nahezu den gesamten Lebenszyklus des Bürgers: Wir forschen in den Bereichen Familienpolitik, Bildung & BAföG, Steuern und Alterssicherung.
Aktuell begleitet MIKMOD das Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) in den Planungen zur Einführung eines Elterngeldes, welches zukünftig das bestehende Bundeserziehungsgeld ersetzen soll. Kostenschätzungen für unterschiedliche Reformszenarien werden dabei mit Hilfe von Mikrosimulationsmodellen durchgeführt, um die Elterngeldansprüche anhand einer repräsentativen Modellpopulation zu berechnen. Als Datengrundlage für die Berechnungen dient dabei eine umfangreiche Stichprobe der Einkommensteuerstatistik. Neben der reinen Kostenberechnung findet aber auch eine Analyse der distributiven Folgen der Reformszenarien statt. Ein Ziel ist es, durch die Identifikation potentieller Reformgewinner und -verlierer mögliche Anreizeffekte sowie Verhaltensänderungen abzuschätzen.
Darüber hinaus wird beispielsweise untersucht, welche fiskalischen Effekte im Übergang vom bestehenden zum neuen Recht auftreten. Auch das Zusammenspiel möglicher Gesetzesreformen mit weiteren familienpolitischen Leistungen, etwa dem Kinderzuschlag, wird analysiert und quantifiziert.
