Bildung & Beruf

Der Themenbereich »Bildung & Beruf« bildet einen Schwerpunkt der Arbeit von MIKMOD. Die Abteilung verfügt über ein langjähriges Know-how in der BAföG-Planung, welches bei der Mitte 2016 in Kraft getretenen BAföG-Reform Anwendung fand. Projektionen des Finanzbedarfs und der Gefördertenzahl werden dem Bundesministerium für Bildung und Forschung regelmäßig zur Verfügung gestellt.

BAFPLAN

Das BAFPLAN-System ist ein statisches Mikromodell für die BAföG-Planung, das in unterschiedlichen Versionen seit über vier Jahrzehnten vom federführenden Ministerium (heute BMBF) eingesetzt wird. Es wurde in den Jahren 1975 bis 1977 in der ehemaligen GMD konzipiert und implementiert und seither kontinuierlich fortentwickelt. Bei der Anwendung stehen Kostenschätzungen von Gesetzesänderungen sowie die Projektion des Finanzbedarfs und der Gefördertenzahl im Vordergrund.

Grundlage des BAFPLAN-Systems ist eine speziell auf das BAföG zugeschnittene Stichprobe die sämtliche förderungsrelevante Merkmale enthält, was eine recht präzise Schätzung von fiskalischen Auswirkungen auch geringfügiger Gesetzesänderungen erlaubt, die auf keiner anderen existierenden Datengrundlage möglich sind und ausschlaggebend für die hohe Prognosegüte von BAFPLAN ist. Die Datenbasis enthält für jeden Fall rund 300 Merkmale die zur Berechnung des BAföG-Anspruchs aus den Antragsdaten notwendig sind. Sie umfasst unter anderen detaillierte Angaben zu Einkommen der Eltern, des Auszubildenden und dessen Ehegatten sowie Angaben zur Ausbildungsstätte und Unterbringung des Auszubildenden sowie dessen Geschwistern. Diese detaillierten Angaben ermöglichen die Abbildung aller für die Berechnung des BAföG relevanten gesetzlichen Parameter.

Neben Angaben zu Geförderten enthält die Mikrodatenbasis auch Daten von erfolglosen Antragstellern, so dass von einem Teil der Nichtgeförderten, der unter einem alternativen Rechtsstand potenziell einen positiven BAföG-Anspruch aufweist, ebenfalls vollumfängliche Informationen vorliegen. Dies ermöglicht dementsprechend auch Schätzungen zu Gesetzesänderungen, die zu einer Ausweitung der BAföG-Ansprüche führen. Zum anderen ermöglicht die Erfassung der Nichtgeförderten der Größenordnung nach abzuschätzen, inwieweit bestehende Ansprüche auf Förderung ausgeschöpft werden. Hier zeigt sich, dass die Ausschöpfung mit der Höhe des Anspruchs positiv korreliert ist. Dieser Zusammenhang wird im BAFPLAN-System berücksichtigt. Insoweit geht BAFPLAN über den Ansatz klassischer statischer Mikromodelle hinaus, die nur Effekte der "ersten Runde" einbeziehen.

Zur Konstruktion der Gefördertenstichprobe wird auf die bei den Landesrechenzentren gespeicherten anonymisierten Daten der Geförderten zurückgegriffen, die alle relevanten Antragsdaten sowie die Ergebnisse des maschinell erstellten Förderungsbescheids umfassen. Das Mikromodell greift somit derzeit auf eine Gefördertenstichprobe von rund 660 Tsd. Fällen zurück.

Im Rahmen des BAFPLAN-Systems werden nicht nur BAföG-Berechnungen durchführt, sondern auch die Steuerbelastung der Eltern für jeden Stichprobenfall ermittelt. Dadurch können zumindest approximativ die Effekte von Steuersenkungen berücksichtigt werden. Denn durch jede Steuersenkung steigen die Nettoeinkommen und daher sinken über die vermehrte Anrechnung von Einkommen die BAföG-Ansprüche. Die Möglichkeit der detaillierten Parametervorgaben im BAFPLAN-System erlaubt darüber hinaus präzise Aussagen zu Wirkungen von Änderungen der Mietkosten, Leistungsparameter des BAföG, Bildungsbeteiligung sowie zum Grad der Ausschöpfung.

Auftraggeber: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Beteiligte Personen

Lara Quack

Contact Press / Media

Lara Quack

Ansprechpartnerin

Telefon +49 2241 14-2684

Carsten Hänisch

Contact Press / Media

Dr. Carsten Hänisch

Gruppenleiter »Familie, Bildung und Beruf«

Telefon +49 2241 14-2728

Marlene Bubb

Contact Press / Media

Marlene Bubb

Telefon +49 2241 14-3690

QuMed

Laufzeit: 2014-2016

Im Rahmen dreier Projekte wurden von Fraunhofer FIT in Kooperation mit dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) sowie der Gesellschaft für wirtschaftliche Strukturforschung mbH (GWS) im Auftrag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) Projektionen und Analysen zum Thema Ärztemangel durchgeführt. Hierbei entwickelte Fraunhofer FIT zunächst ein Projektionsmodell des zukünftigen Arbeitskräfteangebotes von Ärzten im ambulanten Bereich, das im Rahmen des zweiten Teilprojekts um ein Modell zur Fortschreibung des stationären Sektors ergänzt wurde. In einem letzten Schritt wurde das Modell um Module zur Berechnung von Szenarien erweitert, die es erlauben Projektionen unter geänderten Verhaltensannahmen – beispielsweise in Bezug auf die Fachrichtungswahl – durchzuführen.

Auftraggeber: Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV)

Publikationen

2015

Qualifikations- und Berufsfeldprojektionen bis 2030: Engpässe und Überhänge regional ungleich verteilt
Zika, Gerd; Maier, Tobias; Helmrich, Robert; Hummel, Markus; Kalinowski, Michael; Hänisch, Carsten; Wolter, Marc Ingo; Mönnig, Anke

2015

Regionalisierte Projektion des Arbeitsangebotes nach Qualifikationsstufen und Berufsfeldern bis 2030 auf Basis des BIBB-FIT-Modells
Hänisch, Carsten; Kalinowski, Michael

2012

Engpässe auf dem Arbeitsmarkt: Geändertes Bildungs- und Erwerbsverhalten mildert Fachkräftemangel
Helmrich, R.; Zika, G.; Kalinowski, M.; Wolter, M.I.; Bott, P.; Bremser, F.; Drosdowski, T.; Hänisch, C.; Hummel, M.; Maier, T.; Schandock, M.

2012

Nimmt die berufliche Flexibilität von Erwerbstätigen zu? Eine mikrozensusbasierte Analyse impliziter Berufswechsel
Hänisch, Carsten; Kalinowski, Michael

2012

Qualifikations- und Berufsfeldprojektionen bis 2030: In der Arbeitszeit steckt noch eine Menge Potenzial
Zika, G.; Helmrich, R.; Kalinowski, M.; Wolter, M.I.; Hummel, M.; Maier, T.; Hänisch, C.; Drosdowski, T.

2010

Projektion des Arbeitskräfteangebots bis 2025 nach Qualifikationsstufen und Berufsfeldern
Kalinowski, M.; Quinke, H.

Beteiligte Personen

Carsten Hänisch

Contact Press / Media

Dr. Carsten Hänisch

Gruppenleiter »Familie, Bildung und Beruf«

Telefon +49 2241 14-2728

QuBe

Einen weiteren Schwerpunkt der Arbeiten der Forschungsgruppe MIKMOD bildeten qualifikations- und berufsspezifische Projektionen des Arbeitskräfteangebots. In früheren Forschungsarbeiten wurden diese Projektionen vor Allem im Auftrag des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) erstellt. Dabei wurden Zu- und Abgänge im Erwerbspersonenbestand nach Bildungsabschlüssen und Berufsfeldern differenziert fortgeschrieben, um das zukünftige Arbeitskräfteangebot unter Berücksichtigung der erwarteten demographischen Entwicklungen zu beschreiben. Die so gewonnen Informationen wurden in Kooperation mit dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) sowie der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung (GWS) im Rahmen des QuBe-Projekts insbesondere dazu genutzt um Kenntnisse über die voraussichtliche langfristige Entwicklung des Arbeitsmarktes zu erlangen und so mögliche  qualifikations- und berufsspezifische Engpässe zu projizieren.

Auftraggeber: Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) 

Beteiligte Personen

Carsten Hänisch

Contact Press / Media

Dr. Carsten Hänisch

Gruppenleiter »Familie, Bildung und Beruf«

Telefon +49 2241 14-2728

Publikationen

2018

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung 1991 bis 2030 
Drosdowski, Thomas; Mönning, Anke; Stöver, Britta; Ulrich, Phillip; Wolter, Marc Ingo; Kalinowski, Michael; Hänisch, Carsten

2015

Qualifikations- und Berufsfeldprojektionen bis 2030: Engpässe und Überhänge regional ungleich verteilt 
Zika, Gerd; Maier, Tobias; Helmrich, Robert; Hummel, Markus; Kalinowski, Michael; Hänisch, Carsten; Wolter, Marc Ingo; Mönnig, Anke

2015

Regionalisierte Projektion des Arbeitsangebotes nach Qualifikationsstufen und Berufsfeldern bis 2030 auf Basis des BIBB-FIT-Modells 
Hänisch, Carsten; Kalinowski, Michael

2012

Engpässe auf dem Arbeitsmarkt: Geändertes Bildungs- und Erwerbsverhalten mildert Fachkräftemangel 
Helmrich, R.; Zika, G.; Kalinowski, M.; Wolter, M.I.; Bott, P.; Bremser, F.; Drosdowski, T.; Hänisch, C.; Hummel, M.; Maier, T.; Schandock, M.

2012

Nimmt die berufliche Flexibilität von Erwerbstätigen zu? Eine mikrozensusbasierte Analyse impliziter Berufswechsel 
Hänisch, Carsten; Kalinowski, Michael

2012

Qualifikations- und Berufsfeldprojektionen bis 2030: In der Arbeitszeit steckt noch eine Menge Potenzial 
Zika, G.; Helmrich, R.; Kalinowski, M.; Wolter, M.I.; Hummel, M.; Maier, T.; Hänisch, C.; Drosdowski, T.

2010

Projektion des Arbeitskräfteangebots bis 2025 nach Qualifikationsstufen und Berufsfeldern 
Kalinowski, M.; Quinke, H.

2007

Zukunft von Bildung und Arbeit: Perspektiven von Arbeitskräftebedarf und -angebot bis 2020 
Bonin, H.; Schneider, M.; Quinke, H.; Arens, T.; Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit GmbH -IZA-, Bonn