Familie

MIKMOD beschäftigt sich mit Auswirkungen von Gesetzesänderungen im Bereich Familie. Dazu zählen unsere Mikrosimulationsmodelle zum Analyse- und Planungssystem für den Familienlastenausgleich, welche das Elterngeld und den Kinderzuschlag betreffen.

Elterngeld

  • Wie entwickeln sich Ausgaben und Inanspruchnahme des Elterngeldes in den kommenden Jahren?
  • Wie würde sich die Struktur der Elterngeldbezieher verändern, wenn die Zahl der gewährten Partnermonate erhöht wird?
  • Welche Kosteneffekte ergeben sich aus einer Anhebung der Ersatzraten für bestimmte Einkommensbereiche?
  • Welche Auswirkungen hätte ein pauschalisierter Geschwisterbonus?

Mit dem Elterngeld wurde zum 01.01.2007 eine neue Sozialleistung eingeführt, die an die Stelle des früheren Erziehungsgeldes trat. Das Elterngeld ist eine Entgeltersatzleistung mit dem Ziel Familien mit kleinen Kindern in der Phase nach dem Mutterschutz zu unterstützen. MIKMOD hat die Konzeption und Einführung der Leistung begleitet: Bereits seit 2005 unterstützt unser Team das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) bei der Analyse und Planung des Elterngeldes.

Mit Hilfe eines Mikrosimulationsmodells werden vor allem die Auswirkungen von Gesetzesänderungen und Reformvorhaben geschätzt. Dazu werden Ist-Kosten auf Grundlage der zurzeit geltenden Gesetzesregelungen ermittelt und mit den Kosten verglichen, die durch die neuen Regelungen entstehen würden. Neben der reinen Kostenberechnung lassen sich auch distributive Folgen der Reformszenarien detailliert nachvollziehen. So können mit dem Modell Gewinner und Verlierer unterschiedlicher Gesetzesvarianten identifiziert werden. Beispielhaft seien hier die Berechnungen von MIKMOD zur Einführung des Elterngeld Plus genannt.

Seit 2013 stehen MIKMOD zusätzlich die anonymisierten Einzeldaten über alle Elterngeldbezüge in Deutschland zur Verfügung. Diese Daten erlauben es, sehr differenzierte Informationen über die Bezieher der Leistung zu gewinnen und Veränderungen in der Nutzung des Elterngeldes zu erkennen. Neben der zeitlichen Struktur der Leistungsinanspruchnahme sowie den Ausschöpfungs- und Erwerbsquoten der Mütter und Väter werden vielfältige weitere Merkmale berücksichtigt. Basierend auf diesen Informationen erstellt MIKMOD Prognosen über die Entwicklung der jährlichen Elterngeldausgaben, die vom BMFSFJ unter anderem für die regelmäßige Planung des Bundeshaushalts verwendet werden.

Auftraggeber: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ)

 

Beteiligte Personen

Leif Jacobs

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Leif Jacobs

Ansprechpartner

Telefon +49 2241 14-2511

Marlene Bubb

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Marlene Bubb

Telefon +49 2241 14-3690

Jonas Klos

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Jonas Klos

Telefon +49 2241 14-2548

Raoul Peter

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Raoul Peter

Telefon +49 2241 14-3642

Kinderzuschlag

  • Welchen Effekt hat die Anhebung der SGB II Regelsätze auf die Bezieherzahlen des Kinderzuschlags?
  • Welche Ausgaben sind für den Kinderzuschlag in naher Zukunft zu erwarten?
  • Wie verändert sich die Struktur der Leistungsbezieher, wenn die Vorgaben zur Vermeidung von Hilfebedürftigkeit gelockert werden?
  • Wie unterscheiden sich Reformwirkungen zwischen Alleinerziehenden und Paarbeziehern?

Ferner betreut die Forschungsgruppe MIKMOD den Kinderzuschlag. Der Kinderzuschlag hat das Ziel Familien mit Kinder zu unterstützen und zu vermeiden, dass Familien wegen der Kinder auf Leistungen nach dem SGB II angewiesen werden. MIKMOD nimmt hier im Auftrag des BMFSFJ vielfältige Aufgaben wahr, unter anderem um die oben genannten Fragen zu beantworten.

Zur Berechnung von Reformwirkungen im Kinderzuschlag hat die Forschungsgruppe ein komplexes Mikrosimulationsmodell auf Basis des Mikrozensus entwickelt. Dieses beinhaltet nicht nur Routinen zur Einkommensberechnung, sondern berücksichtigt auch die vielfältigen Wechselwirkungen im deutschen Steuer- und Transfersystem. So können nicht nur die Effekte von beispielsweise einer Erhöhung der Leistung auf den Kinderzuschlag selbst vorhergesagt werden, vielmehr werden auch die Wechselwirkungen mit SGB II und Wohngeld darstellbar. So wurden die Kosten der letzten Erhöhungen des Kinderzuschlages mit den Modellen von MIKMOD durchgeführt. Weiterhin kann das Modell die Effekte von Reformen oder Veränderungen in anderen Leistungen (z.B. SBG II oder Unterhaltsvorschuss) auf den Kinderzuschlag ermitteln.

Darüber hinaus ist die Forschungsgruppe für die langfristige Haushaltsplanung der Leistung zu ständig. Hierfür werden mit ökonometrischen Methoden aus Zeitreihen Trendentwicklungen der Ausgaben geschätzt und zur Prognose genutzt. Diese Resultate werden mit den Ergebnissen der Läufe des fortgeschriebenen Mikrosimulationsmodells verglichen und ergänzt.

Zur Verdeutlichung der komplexen Zusammenhänge zwischen Kinderzuschlag und anderen Sozialleistungen betreibt MIKMOD ein Einzelfallmodell. Dieses ist in der Lage die Leistungshöhe und die Bezugsmuster des Kinderzuschlags auch grafisch greifbar zu machen.

Auftraggeber: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ)

 

Beteiligte Personen

Carsten Hänisch

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Dr. Carsten Hänisch

Ansprechpartner, Gruppenleiter »Familie, Bildung und Beruf«

Telefon +49 2241 14-2728

Jonas Klos

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Jonas Klos

Telefon +49 2241 14-2548

Mara Rebaudo

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Mara Rebaudo

Telefon +49 2241 14-3601

Steuerliche Fragen der Familienpolitik

Über die Arbeiten in Kinderzuschlag und Elterngeld hinausgehend werden von Fraunhofer FIT umfangreiche und vielfältige Auswertungen zu verschiedenen Fragestellungen der Familienpolitik durchgeführt. Ein Schwerpunkt dieser Analysen stellt die Untersuchung der Effekte von steuerpolitischen Änderungen – insbesondere im Rahmen der Einkommensteuer - auf Familien dar. Untersucht wird dabei nicht nur der Effekt jener Maßnahme auf die Steuer selbst, vielmehr stehen oftmals deren Folgewirkungen im Transfersystem im Fokus. Zur Ermittlung der Kosten und Betroffenenzahlen von möglichen Reformen betreibt Fraunhofer FIT komplexe Modelle, führt aber auch Einzelfallberechnungen zur Veranschaulichung der spezifischen Situation von bestimmten Haushaltstypen durch. Durch die grafische Darstellung von Einkommensverläufen werden die Wirkungen von Rechtsänderungen in besonderer Weise anschaulich gemacht. Ähnliche Untersuchungen werden aber beispielsweise auch für Veränderungen in Kindergeld oder Unterhaltsvorschuss durchgeführt. Darüber hinaus dokumentiert Fraunhofer FIT die wesentlichen finanziellen Kenngrößen der familienpolitischen Leistungen.

Auftraggeber: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ)

 

Beteiligte Personen

Sven Stöwhase

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Dr. Sven Stöwhase

Ansprechpartner

Telefon +49 2241 14-2345

Carsten Hänisch

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Dr. Carsten Hänisch

Gruppenleiter »Familie, Bildung und Beruf«

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Jonas Klos

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Jonas Klos

Telefon +49 2241 14-2548

Bayerisches Landeserziehungsgeld

Laufzeit: 2014

Die Inanspruchnahmequote für das Bayerische Landeserziehungsgeld ist, wie die folgende Auflistung zeigt, in den vergangenen Jahren beinahe kontinuierlich zurückgegangen:

  • Kalenderjahr 2010: 41, 4 %
  • Kalenderjahr 2011: 41, 4 %
  • Kalenderjahr 2012: 39, 5 %
  • Kalenderjahr 2013: 39, 4 %

Auch für das Kalenderjahr 2014 wird von einer weiteren Abnahme der Inanspruchnahme ausgegangen. Ziel des Projektes war es nun Einkommensgrenzen zu ermitteln, die gewährleisten können, dass die Inanspruchnahme der Leistung auf 50 Prozent ansteigt.

Auftraggeber: Bayerisches Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales

 

Beteiligte Personen

Sven Stöwhase

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Dr. Sven Stöwhase

Ansprechpartner, Abteilungsleiter

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Auswirkungen von Betreuungsgeld auf Wohngeld

Laufzeit: 2012

Durch die Einführung eines Betreuungsgeldes können sich Rückwirkungen auf die Ausgaben im Wohngeld ergeben. Dies ist dann der Fall, wenn die Leistung im Rahmen des SGB II angerechnet wird, was zu Folge hätte, dass verstärkt Haushalte durch den gesunkenen Anspruch auf SGB II die Leistungen Wohngeld und / oder Kinderzuschlag in Anspruch nehmen werden. Dies führt zu Mehrausgaben im Wohngeld, die im Rahmen dieses Projektes quantifiziert werden sollen.

Konkret werden die untenstehenden Fragen beantwortet:

  • Welche Effekte hat das geplante Betreuungsgeld tatsächlich auf das Wohngeld?
  • Wie verändern sich die Wohngeldempfängerzahlen und die Wohngeldausgaben?
  • Wie viele aktuelle Wohngeldempfängerhaushalte erhalten zukünftig das Betreuungsgeld?
  • Wie viele SGB-II-Bedarfsgemeinschaften wechseln durch das Betreuungsgeld in das Wohngeld?

Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung

 

Beteiligte Personen

Sven Stöwhase

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Dr. Sven Stöwhase

Ansprechpartner, Abteilungsleiter

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Carsten Hänisch

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Dr. Carsten Hänisch

Gruppenleiter »Familie, Bildung und Beruf«

Telefon +49 2241 14-2728

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