Call for Papers

Workshop GI-Jahrestagung: Methoden für die Entwicklung von Blockchain-Anwendungen und nachhaltiger Governance-Strukturen

Termine

  • 19.04.2019        Einreichung von Workshop-Beiträgen
  • 31.05.2019        Mitteilung über Annahme/Ablehnung von Workshop-Beiträgen
  • 20.06.2019        Einreichung der druckfähigen Version
  • 23.-24.09.2019  Workshop in Kassel

Hintergrund

Aus Anwendersicht steht die Blockchain-Technologie aktuell im breiten Fokus der Öffentlichkeit. Zunächst als KrHinteyptowährung wahrgenommen wurde sie parallel durch Institutionen aus dem Finanzsektor auf ihre Anwendbarkeit geprüft. In diesem Zusammenhang sind vielfältige Beispiele als Proof of Concept entwickelt worden, die sich aber häufig als Insellösungen präsentiert haben und von einer industriellen Skalierung entfernt erscheinen. In einer zweiten Welle sind vielfältige Anwendungen in Produktion, Logistik oder der Medienwirtschaft entstanden. Mittlerweile hat sich die Blockchain als ein neues Instrument etabliert, um die Kooperation zwischen verschiedenen Geschäftspartnern in Prozessnetzwerken zu unterstützen. Parallel entwickeln sich Plattformen für Distributed Ledgers. Aktuell stellt sich jenseits der Anhäufung von Anwendungsberichten die Frage nach Entwicklungsmethoden für diese Kooperationsprozesse und ihrer Governance samt Geschäftsmodellen. In diesem Workshop soll das Blockchainumfeld aus einer ingenieurwissenschaftlichen Perspektive betrachtet werden, um Entwicklungsmethoden für Blockchain-Anwendungen und die Bewertung von Implementierungsplattformen zu diskutieren.

Analog zur Software-Entwicklung steht aus informatischer Sicht zunächst die Anforderungsanalyse im Vordergrund, d.h. mit welcher Methode kann erhoben werden, ob eine Anwendung grundsätzlich für die Implementierung auf einer Blockchain geeignet ist. Verschiedene Methoden sind hierzu vorgeschlagen worden. Jedoch sind Vergleichsberichte rar und Gold Standards haben sich noch nicht entwickelt. Ähnlich verhält es sich in der Auswahl des Betreibermodus zwischen privaten oder öffentlichen Blockchains, bzw. der Governance. Verschiedene Implementierungsplattformen entwickeln sich rasant. Grundsätzliche Fragen der Standardisierung und Interoperabilität bleiben offen.

Ziel dieses Workshops ist der Austausch und die Diskussion von informatischen Lösungskonzepten für eine nachhaltige Blockchain-Entwicklung. Der Workshop ergänzt einen Workshop in Kooperation mit der ERCIM Working Group on Blockchain Technology letzten Jahres in Amsterdam und richtet sich an Praktiker, Entwickler und Forscher, die neue Methoden und Werkzeuge für die Entwicklung von Blockchain-Anwendungen und Plattformen vorstellen.

Thema und Schwerpunkte

  • Entscheidungsunterstützung für die Evaluierung der Blockchain-Tauglichkeit von Anwendungen
  • Gestaltungsmethoden für private versus öffentliche Blockchains
  • Bewertung von Governance-Strukturen und Geschäftsmodellen
  • Analyse der Total Cost of Ownership von Plattformen und Anwendungen
  • Interoperabilität zwischen Anwendungen und Implementierungsplattformen
  • Rollenbasierte Sichtbarkeiten von Informationen
  • Methoden für die Korrektheit von Smart Contracts
  • Gestaltunsgmuster für DAO als Automationsgrundlage für geschäftliche Kooperationsnetze
  • Korrektheit der Datenerfassung durch Orakel
  • Funktionsverteilung zwischen Blockchain und Unternehmensdatenbanken
  • Lebenszyklen und temporäre Blockchains für dynamische Partnernetzwerke
  • Vergesslichkeit einer Blockchain

Einreichungen

Der Zeitplan hält sich an die Vorgaben der Dachkonferenz, d.h. Beiträge können bis zum Stichtag (19.4.2019) im elektronischen Portal https://easychair.org/conferences/?conf=gi19blockchain eingereicht werden. Erwartet werden wissenschaftliche Papers (bis zu 14 Seiten) oder Anwendungsberichte (bis zu 4 Seiten) auf Deutsch oder Englisch. Es gelten die Formatvorgaben der LNI Proceedings (siehe Link auf der Workshop-Site der Tagung, unter https://informatik2019.de/workshops/). Die Workshop-Beiträge erscheinen in einer Ausgabe der Serie Lecture Notes in Informatics in einem eigenen Volume der Tagungsproceedings (Volume II). In die Proceedings kommen nur Beiträge, die mindestens 2 Seiten haben ("Extended Abstracts").

Die Begutachtung der Einreichungen erfolgt jeweils von mindestens zwei Gutachtern (peer reviews). Hauptkriterien sind Aktualität, Themenbezug, Originalität und Qualität. Einreichungen dürfen vorher noch nicht veröffentlich worden sein.