Call for Papers

Workshop GI-Jahrestagung: Daten-getriebene Verbesserung der Landwirtschaft

Termine

  • 19.04.2019        Einreichung von Workshop-Beiträgen
  • 31.05.2019        Mitteilung über Annahme/Ablehnung von Workshop-Beiträgen
  • 20.06.2019        Einreichung der druckfähigen Version
  • 23.-24.09.2019  Workshop in Kassel

Hintergrund

Die daten-getriebene Informatik spielt in der heutigen Zeit für Wirtschaft und Gesellschaft eine Schlüsselrolle. Die gesammelten Daten und deren Auswertungen bilden wissensbasierte Entscheidungsunterstützungen für alle Geschäftsebenen von Unternehmen und Betrieben. Ein wichtiger Wirtschaftsbereich, der schwerpunktmäßig in diesem Workshop seine Anwendung finden soll, sind die Agrarwissenschaften. Themen wie Umweltschutz, Nachhaltigkeit und bewusster Konsum stellen mittlerweile feste Größen im Alltag dar, und werden auch von einem Großteil der Bürger aktiv umgesetzt. Stark diskutierte Forderungen der Gesellschaft wie zum Beispiel die Verbesserung der Nutztierhaltung oder des ökologischen Ackerbaus stellen somit zentrale Herausforderungen für die Entwicklung zukunftsfähiger IT-Strukturen in der Agrarbranche dar.

Neben den allgemein bekannten Herausforderungen mehr Daten guter Qualität zu gewinnen, systemische Analysen zu generieren und zuverlässige, wissensbasierte Entscheidungsunterstützungen zu etablieren, finden sich im Bereich Agrarwissenschaften auch spezifische Herausforderungen.

Betrachtet man beispielsweise das Anwendungsfeld Tierwohl, so lässt sich der Wohlfühlfaktor einerseits erfolgreich vermarkten. Andererseits führt er zu einer nachweisbaren Produktivitätssteigerung in der Zucht auf Grund eines Mehrverbrauchs von Nahrungsenergie. Obwohl uns große Mengen an Information aus der Zucht vorliegen und automatisierte Sensoriken wie die Bilderkennung vielfältige Analysemöglichkeiten eröffnen, sind Analysen zum Tierwohl bis heute vielfach qualitativ getrieben. Viele Maßnahmen zur Verbesserung der Haltungsbedingungen von Nutztieren beschränken sich allein auf eine Bewertung des grundsätzlichen Haltungsverfahrens, ohne Evaluierung des tatsächlich realisierten Zustands. Um diese objektiv zu bewerten, ist eine permanente Kontrolle großer Datenmengen notwendig, was eine Verbindung der Tierzucht, also dem Anwendungsbereich der Landwirtschaft, und der Informatik darstellt.

Auch in anderen Anwendungsfeldern der Agrarwissenschaften, beispielsweise beim „precision farming“ tauchen ähnliche Herausforderungen und Verbindungen auf, auch wenn hier bereits seit einigen Jahren Informatik und Elektronik den landwirtschaftlichen Alltag mit prägen. Für den Präzisionsackerbau beispielsweise werden Daten verschiedenster Quellen (Sensoren, Roboter, Drohnen, geografische Informationssysteme, Wetterdienste etc.) verwendet, doch wie wird der größtmögliche Nutzen aus diesen Daten für Echtzeitanalysen und Vorhersagen gewonnen, die den Landwirt optimal in seinem Arbeitsalltag unterstützen?

Dieser Workshop wendet sich an Forscher und Anwender, die durch informatische Methoden Wissen generieren, um gesellschaftliche Forderungen wie beispielsweise die Verbesserung der Nutztierhaltung oder den ökologischen Ackerbau zu adressieren. Er soll ein Forum bieten, über das sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vernetzen und aktuelle Herausforderungen gemeinsam diskutieren können. Er richtet sich daher an Interessenten aus dem Agrar- und Informatikbereich. In diesem Workshop sollen neue Erkenntnisse vorgestellt und diskutiert werden und vor allem auch im Kontext der Anwendbarkeit in Agrar-Betrieben beleuchtet werden. Aktuelle Herausforderungen in der Branche sollen eruiert werden, um eine gemeinsam sinnvolle und praxisrelevante Lösungen zu identifizieren. Es werden Vorträge aus Informatik und Agrarwissenschaften gleichermaßen erwartet, um ein passendes Bild vom derzeitigen Markt der daten-getriebenen Landwirtschaft abzubilden.

Thema und Schwerpunkte

  • Statistische Analysen zur Identifikation quantitativer Evidenzen für landwirtschaftliche Anwendungen
  • Automatische Verfahren zur Bilderkennung für Ackerbau und Nutztierhaltung
  • Methoden der Datenintegration für unterschiedliche Stakeholder bei Wahrung ihrer Souveränität
  • Beratungsassistenz zur Optimierung von Abläufen im landwirtschaftlichen Arbeitsalltag
  • Auswirkungsanalysen von Haltungs- und Zuchtentscheidungen
  • Quantitative Modelle zur Charakterisierung von Tierwohl
  • volkswirtschaftliche Modelle für die Bewertung von landwirtschaftlichen Prozessen
  • Automation der Datenerfassung
  • Rückverfolgbarkeit von Lebensmitteln und anderen Agrarprodukten

Einreichungen

Der Zeitplan hält sich an die Vorgaben der Dachkonferenz, d.h. Beiträge können bis zum Stichtag (19.4.2019) im elektronischen Portal https://easychair.org/conferences/?conf=gi19farm eingereicht werden. Erwartet werden wissenschaftliche Papers (bis zu 14 Seiten) oder Anwendungsberichte (bis zu 4 Seiten) auf Deutsch oder Englisch. Es gelten die Formatvorgaben der LNI Proceedings (siehe Link auf der Workshop-Site der Tagung, unter https://informatik2019.de/workshops/). Die Workshop-Beiträge erscheinen in einer Ausgabe der Serie Lecture Notes in Informatics in einem eigenen Volume der Tagungsproceedings (Volume II). In die Proceedings kommen nur Beiträge, die mindestens 2 Seiten haben ("Extended Abstracts").

Die Begutachtung der Einreichungen erfolgt jeweils von mindestens zwei Gutachtern (peer reviews). Hauptkriterien sind Aktualität, Themenbezug, Originalität und Qualität. Einreichungen dürfen vorher noch nicht veröffentlich worden sein.