CheckMyVA

Mehr Datenschutz bei Sprachassistenten

Projektzeitraum: Feb. 2020 – Dez. 2023        

Finanzierung: Gefördert durch das Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz

Partner: Universität Siegen, open.INC 

Projektkoordinator: Fraunhofer FIT

Aufgaben von FIT: Leitung der nutzerzentrierten Software-Entwicklung und Evaluation der entwickelten Lösungen im Rahmen eines Living Labs mit ca. 30 Haushalten

Digitale Sprachassistenten sind als nützliche Helfer im Alltag bereits in viele Haushalte eingezogen. So praktisch sie sind – einen Fokus auf Schutz der Privatsphäre legen sie nicht. Sie sammeln enorme Datenmengen und erhöhen das Sicherheitsrisiko des Datenmissbrauchs durch Dritte. Fraunhofer FIT arbeitet zusammen mit Partnern an der Entwicklung einer Online-Plattform, die Verbraucher*innen bei der Wahrnehmung ihrer DSGVO-Rechte unterstützt.

Digitale Sprachassistenten wie Alexa, Siri und Co. werden mit ihren vielfältigen Einsatzmöglichkeiten im Alltag immer beliebter. Bereits mit wenigen Worten lassen sich schnell die aktuellen News abrufen, der Wetterbericht ansagen oder die Lieblingsmusik streamen, im Smart-Home-Bereich elektrische Geräte ein- und ausschalten oder die Lichtverhältnisse steuern.

Hinsichtlich des Datenschutzes sind die diese Geräte jedoch umstritten. Deren Hersteller speichern alle Interaktionen mit dem Gerät auf ihren Cloud-Systemen und geben sie bei Nutzung von verschiedenen Anwendungen an die Server von Drittanbietern weiter. Sprachassistenten sammeln somit enorme Datenmengen und aus Sicht des Verbraucherschutzes besteht die Notwendigkeit, personenbezogene Daten besser zu schützen und sicher zu verarbeiten. Durch die DSGVO haben Verbraucher*innen zwar das Recht, Auskunft über ihre gespeicherten Daten zu erhalten und diese ändern oder löschen zu lassen. Jedoch ist der dazu notwendige Prozess oft unbekannt oder zu unverständlich, da die Auskunft in der Regel nur eine Sammlung von Rohdaten liefert.

Das Projekt CheckMyVA (in Deutsch: Analysiere meinen Sprachassistenten) setzt genau bei diesen Problemen an, um die Datensouveränität und Datenhoheit für Nutzer*innen von Sprachassistenten zu verbessern. Dafür soll eine Internet-Plattform entwickelt werden, die Verbraucher*innen Einsicht in die gesammelten Daten der Sprachassistenten einfach und übersichtlich bietet sowie im Falle von Verstößen bei der Wahrnehmung ihrer Verbraucherschutzrechte gemäß der DSGVO unterstützt.

Methodisch setzt das Projekt auf ein sogenanntes Living Lab (zu Deutsch: Reallabor) mit einer qualitativen Stichprobe aus ca. 30 Haushalten über einen Zeitraum von zwei Jahren. Ziel des Living Labs ist, die Nutzungs- und Privacy-Praktiken zu erheben, gemeinsam mit den Verbraucher*innen die Anforderungen einer Plattform zu entwickeln sowie die Nutzung in der prototypisch entwickelten Plattform unter realen Bedingungen zu erproben und deren Aneignung im Alltag zu studieren.

Fraunhofer FIT koordiniert das Projekt und bringt seine Expertise im Bereich nutzerzentrierter Software-Entwicklung bei der Konzeption und Evaluation im Rahmen des Living Labs ein. Die Universität Siegen (Lehrstuhl Wirtschaftsinformatik) bringt ihr Fachwissen im Bereich Usable Privacy und Digital Consumer Analytics ein und setzt die Plattform in Kooperation mit den Start-Up open.INC um. Gefördert wird das Forschungsprojekt vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz.