Digitales Identitätsmanagement für Organisationen
Der neue EU-Rechtsrahmen für digitale Identitäten macht deutlich: Überprüfbare digitale Nachweise (Verifiable Credentials) und digitale Wallets entwickeln sich zum Standard – auch weit über staatliche Anwendungsfälle hinaus. Große, dezentral organisierte Institutionen stehen vor vergleichbaren Herausforderungen: Sie benötigen ein granulares, rollen- und kompetenzbasiertes Management für digitale Dienstausweise, Befähigungsnachweise und Zugriffsrechte – bei gleichzeitiger Wahrung von Datensouveränität und Privatsphäre. Gleichzeitig sollen geistiges Eigentum geschützt und administrative Aufwände gering gehalten werden.
Im Projekt Web3DORS hat Fraunhofer FIT ein entsprechendes Open-Source-Ökosystem auf Basis des Hedera Netzwerks entwickelt, das digitale Dienstausweise, Credential-basierte Zugangsverwaltung, Datennotarisierung sowie Anreiz- und Belohnungssysteme entlang der »Researcher's Journey« integriert. Gefördert wird Web3DORS von The Hashgraph Association. Die Fraunhofer-Gesellschaft mit ihren 75 Instituten diente dabei als konkreter Anwendungsfall – das Modell ist jedoch auf Organisationen jeder Größe und Komplexität übertragbar.
Kern des Ökosystems sind vier Komponenten: Die Onboarding App stellt digitale Dienstausweise und Kompetenznachweise als portable Verifiable Credentials nach W3C-Standard aus, die Befähigungen nachweisen und beim Austritt automatisch erlöschen. Geräte und Assets werden über NFTs transparent zugewiesen. Der Gatekeeper löst klassische Schlüsselverwaltung ab: Zutrittsrechte werden Credential-basiert und feingranular in Echtzeit vergeben – auch für sicherheitskritische Bereiche. Der Data Notary verankert kryptografische Hashes von Forschungsdaten auf der Hedera-Blockchain – manipulationssicher und jederzeit prüfbar. Der Reward Hub dokumentiert informelle Beiträge und Leistungen als portable Credentials und bildet die Grundlage für zweckgebundenes Geld, das organisationsintern für Dienste und Leistungen eingelöst werden kann.
Zwei Evaluierungsworkshops mit rund 30 Stakeholdern – darunter C-Level-Führungskräfte – bestätigten den praktischen Nutzen. Als vielversprechendster Adoptionspfad für komplexe Organisationen gilt ein hybrider Ansatz, der das Web3-Ökosystem mit bestehenden PKI-Infrastrukturen integriert.
Ihr Nutzen
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