Life Science Informatik

Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

Mehr Informationen gewinnen für die Gesundheit

Der Forschungsbereich Life Science Informatik entwickelt neue Ansätze zur Gewinnung krankheitsspezifischer und patientenindividueller Information.
Mit der Sequenzierung des menschlichen Genoms haben sich automatisierte Instrumente und die computergestützte Datenauswertung in den Fokus von Biotechnologie und Medizin geschoben. Neue Instrumente können auf allen Ebenen, von der molekularen Interaktion und zellulären Funktion über die Gewebe- und Organstruktur bis hin zu patientenspezifischen Verläufen, Informationen über Krankheitsprozesse liefern und die klinische Diagnostik und Therapie voranbringen.

Deshalb erforschen und realisieren wir informationsintensive Instrumente auf Basis optischer und elektronischer Detektionsmethoden. Wir verwirklichen innovative Komponenten, wie fluidische Mikrosysteme zur Untersuchung von Zellen und Molekülen, intelligente Scanning-Mikroskope oder Software zur Bildanalyse und Objekterkennung. Wir validieren komplette Applikationen zusammen mit den Anwendern. Wir integrieren Komponenten zu anwendungsspezifischen Systemen mit einer nahtlosen Einbindung in moderne Netzwerkinfrastrukturen und mobile Informationszugänge.

Ein Team von Informatikern, Ingenieuren und Naturwissenschaftlern in zwei eng verzahnten Abteilungen bearbeitet gemeinsam kleine und große Projekte mit folgenden Schwerpunktthemen:

High-Content Analyse und informationsintensive Instrumente (HCA)

Eine wesentliche Komponente automatisierter Instrumente ist die Erkennung von Strukturen, Zuständen und Signalen. Die Abteilung beschäftigt sich mit Erkennungsmethoden sowie der zugeordneten Informationsverarbeitung. Die Technik orientiert sich am Bedarf des Menschen und lässt sich vom Benutzer ohne Neuprogrammierung an veränderte Bedingungen anpassen.

Biomolekulare Optische Systeme (BioMOS)

Zur Realisierung informationshaltiger Instrumente bedarf es auch der Beherrschung der Interaktion zwischen Probe und Sensorik. Die Abteilung beschäftigt sich mit Mikrosystemen zur Aufnahme und Behandlung biomolekularer Proben sowie mit multiparametrischer, insbesondere optischer Sensorik. Diese Technologien werden zu Systemen integriert und in biologischen Anwendungen validiert.

Abteilungsübergreifende Themen

Intraoperative molekulare Diagnostik

Unterstützt durch Navigationstechniken wird intraoperativ Gewebe entnommen und mikrofluidisch-diagnostisch auf die Anwesenheit von Tumorzellen geprüft. Der Operateur bekommt dadurch erweiterte Möglichkeiten zur Optimierung und Absicherung seines Vorgehens.

Adaptives Scanning in der automatisierten Mikroskopie

Zur automatischen Musterdetektion in »großen« Probenarealen wird zunächst ein grober Übersichtsscan durchgeführt. Dann werden über die Software Muster gesucht, von denen eine repräsentative Auswahl noch einmal im Detail gescannt und analysiert wird. So können besonders Gewebeproben in kürzester Zeit konfident ausgewertet werden.

Automatisierte Elektrophysiologie an Stammzell-Modellen

Aus Stammzellen erzeugte Herzmuskelzellen werden als Testsystem in einer Fluidik externen Einflüssen (Substanzen) ausgesetzt und kontinuierlich elektrisch und optisch überwacht. So können Tierversuche reduziert werden.

Projekte