Fraunhofer-Exzellenzcluster für Immunmediierte Erkrankungen (CIMD)

Früherkennung von Arthritis#

Das Fraunhofer-Exzellenzcluster für Immunmediierte Erkrankungen (CIMD) entwickelt unter Beteiligung des Fraunhofer FIT ein Verfahren zur Früherkennung subklinischer Arthritis, bei der nur sehr geringe klinische Krankheitszeichen vorliegen. Das Projekt wird als Teil einer prioritären strategischen Initiative vom Fraunhofer-Vorstand gefördert.

Etwa zwei bis drei Prozent der Bevölkerung in Deutschland leidet an Schuppenflechte (Psoriasis). Die Wahrscheinlichkeit, eine daraus resultierende chronische Gelenkentzündung (Psoriasis Arthritis) zu entwickeln, ist in diesem Patientenkollektiv sehr hoch: Etwa 20 – 30 Prozent der an Schuppenflechte leidenden Patienten entwickeln eine solche muskoskelettale Systemerkrankung. Dabei gilt für diese Erkrankung: Je früher sie diagnostiziert wird, desto erfolgversprechender ist die Therapie.

Um eine Frühdiagnostik einer noch subklinischen Arthritis zu entwickeln, haben sich daher sechs Fraunhofer-Institute zusammengeschlossen. Die Partner haben sich zum Ziel gesetzt, ein kombiniertes Biomarkerprofil aus klinischen Daten, innovativer Bildgebung und »Liquid Biopsy«-basierten RNA-Analysen zu finden.

Bisher erfolgt die gezielte Therapie dieses Krankheitsbildes oft erst im zeitlich fortgeschrittenen Stadium, in dem bereits chronische Schäden vorliegen können. Die Entscheidung, ob eine Erkrankung vorliegt, wird anhand der Auswertung kombinierter Aktivitätsdaten, etwa aus klinischer Untersuchung und konventionellem Bildgebungsverfahren wie Röntgen oder Ultraschall, getroffen und ist wesentlich abhängig von der Erfahrung des klinischen Spezialisten.  Neue diagnostische Methoden schließen fluoreszenz-optische Bildgebungsverfahren zur Darstellung früher Störungen der Mikrozirkulation der Fingergelenke als Zeichen der Entzündung ein, aber auch Biomarker, die aus Plasma und Serum der Patienten gewonnen werden.

Das übergeordnete Projektziel ist die Zusammenführung aller gewonnenen Daten, um ein kombiniertes Biomarkerprofil aus serologischen und Bildgebungsdaten zu etablieren, das zukünftig in der Risikogruppe Anwendung finden soll. Auf diesem Weg sollen eine frühzeitige Diagnose und eine optimale Patientenversorgung gewährleistet werden. Fraunhofer FIT entwickelt im Rahmen des Projekts die Analyse-Software zur Auswertung der fluoreszenz-optischen Bildgebung, um Gelenkentzündungen automatisiert, objektiv und nachvollziehbar zu charakterisieren. Daneben ist Fraunhofer FIT auch für die Umsetzung der Forschungsdatenmanagement-Software durch Implementierung eines Data Lake Konzepts verantwortlich.

Das Projekt ist Teil des Fraunhofer-Exzellenzcluster für Immunmediierte Erkrankungen (CIMD). Dabei werden vier große Themenfelder der Gesundheitsforschung für die translationale Forschung zusammengeführt: Drugs, Diagnostics, Devices und Data. Neben Fraunhofer FIT sind Fraunhofer IME als Koordinator, Fraunhofer ITEM, Fraunhofer IZI, Fraunhofer IGD und Fraunhofer IAIS beteiligt.