Umwelt & Mobilität

Im Bereich Umwelt und Mobilität entwickelt MIKMOD Mikrosimulationsmodelle zur Quantifizierung der ökonomischen und ökologischen Wirkungen fiskalischer umwelt- und verkehrspolitischer Maßnahmen in den Sektoren Verkehr und Wohnen. Den Kern bildet dabei das integrierte Mikrosimulationsmodell CARMOD, welches laufend entwickelt wird.

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Automobilsteuermodell (CARMOD)#

Laufzeit: seit 2016

  • Werden Haushalte mit geringem Einkommen besonders stark durch eine CO2-Steuer belastet?
  • Wie könnte die Einführung eines CO2-Preises sozialverträglich ausgestaltet werden?
  • Inwieweit unterscheiden sich verschiedene Klimaschutzinstrumente in ihrer Verteilungswirkung?
  • In welchem Maß tragen mögliche Gesetzesänderungen zur Reduktion der CO2-Emissionen bei?
  • Welche Folgen hätte eine Abschaffung der Energiesteuervergünstigung von Diesel?

Das Mikrosimulationsmodell CARMOD des Fraunhofer FIT simuliert ökonomische und ökologische Wirkungen fiskalischer Umweltschutzinstrumente der privaten Haushalte in den Sektoren Verkehr und Wohnen. Als Grundlage dient eine integrierte Datenbasis aus der weltweit größten Mobilitätsbefragung Mobilität in Deutschland, der Längsschnitterhebung Deutsches Mobilitätspanel, der Fahrleistungserhebung sowie der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe. Die umfangreichen Mobilitätsinformationen ermöglichen die Simulation verschiedenster Fördermaßnahmen und Steuerrechtsänderungen. Zu den simulierten fiskalischen Instrumenten gehören insbesondere:

  • CO2-Preis  
  • Kfz-Steuer
  • Energiesteuer
  • Streckenbezogene Pkw-Maut (Infrastrukturabgabe)
  • Stromsteuer und EEG-Umlage
  • Kaufprämien für Elektroautos.

Im Rahmen der Inzidenzanalysen wird eine Vielzahl an sozioökonomischen Informationen der betroffenen Haushalte differenziert, darunter:

  • Mobilitätsmuster (Pendler, Vielfahrer, etc.)
  • Ausstattung des Pkw-Bestands
  • Einkommen und Erwerbstätigkeit
  • Demographische Haushaltzusammensetzung
  • Räumliche und geographische Informationen
  • Verkehrsanbindung.

Neben einigen bereits implementierten Modellfunktionen befinden sich zusätzliche Module von CARMOD in der Entwicklung. Hierzu zählt die Berücksichtigung von bevölkerungsgruppen- und kraftstoffspezifischen Anpassungsreaktionen der Haushalte, mit Hilfe derer die emissionsmindernde Lenkungswirkung potentieller Reformvorhaben abgeschätzt werden kann. Außerdem wird für eine Projektion bis 2025 der zukünftige Autobesitz modelliert, wobei der Fokus insbesondere auf alternativen Antriebstechnologien wie der Elektromobilität liegt. Um darüber hinaus die fernere Zukunft abbilden zu können, ist die Entwicklung eines Autokauf- und Verkehrsmittelwahl-Moduls für CARMOD geplant.

Kontakt#

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Publikationen#

2019

Evaluierung von Steuervergünstigungen. Evaluierungsgruppe B: Kraftfahrzeugsteuer
Hummel, Caroline-Antonia; Koldert, Bernhard; Müller, Tobias; Jacobs, Leif; Quack, Lara; Stöwhase, Sven; Thöne, Michael

2019

Owners of energy-efficient houses as a target group for sustainable electric mobility
Keuchel, Stephan; Jacobs, Leif; Laurenz, Karolyn

2019

Verteilungsaspekte einer CO2-Steuer auf Kraftstoff
Quack, Lara; Jacobs, Leif; Stöwhase, Sven

2018

Das Ende der Dieselsubvention: Verteilungseffekte einer CO2-basierten Energiesteuerreform
Jacobs, Leif; Quack, Lara

2016

Willingness to pay for electromobility: An investigation among owners of energy-efficient houses
Jacobs, Leif; Laurenz, Karolyn; Keuchel, Stephan; Thiel, Christoph

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Verteilungswirkungen umweltpolitischer Maßnahmen im Verkehrssektor und Erarbeiten eines Gesamtkonzepts für eine sozial ausgewogene Verkehrswende (VERVE)#

Laufzeit: 2020-2023

  • Welche Bevölkerungsgruppen sind durch die Auswirkungen des aktuellen Verkehrssystems in Deutschland besonders betroffen?
  • Wie unterscheiden sich Bevölkerungsgruppen hinsichtlich ihrer Mobilität?
  • Welche Verteilungseffekte haben umweltpolitische Instrumente im Verkehrssektor?
  • Welche Maßnahmen könnten eine sozial ausgewogene Verkehrswende ermöglichen?

Das Ziel des Projektes ist die Ausarbeitung eines Lösungsansatzes für eine sozial-ökologische Transformation des Verkehrssektors, der neben dem Erreichen der umwelt- und klimapolitischen Ziele auch soziale Aspekte in Form von Verteilungswirkungen berücksichtigt. Es wird ein umfassendes Analysekonzept entwickelt, um die Wirkungen bestehender und neuer umweltpolitischer Instrumente auf die privaten Haushalte zu bestimmen. Dabei wird die Verteilung von monetären Effekten, von Auswirkungen auf die individuelle Teilhabe an Mobilität sowie von verschiedenen Begleiteffekten untersucht. Ebenso werden verschiedene Varianten zur Rückverteilung von Mehreinnahmen analysiert. Die Erkenntnisse sollen in die Formulierung eines Politikpakets münden, welches in seiner Gesamtwirkung bewertbar und kommunizierbar ist, und somit einen Beitrag zur »Verkehrswende für Alle« leistet. Zusätzlich wird dem Umweltbundesamt im Rahmen von Ad-Hoc-Anfragen kurzfristige Expertise zu den Verteilungswirkungen umweltpolitischer Instrumente zur Verfügung gestellt.

MIKMOD wird, insbesondere mittels der Mikrosimulationsmodelle CARMOD und MIKMOD-Est, die monetären Verteilungswirkungen umwelt- und verkehrspolitischer Maßnahmen auf Ebene der privaten Haushalte quantifizieren. Die zur Verfügung stehende Datenbasis ermöglicht einen umfassenden Blick auf die Verteilungseffekte einer sozial-ökologischen Transformation des Verkehrssektors.

Das Projekt wird von der Forschungsgruppe MIKMOD zusammen mit dem Forschungszentrum für Umweltpolitik (FFU) der Freien Universität Berlin und dem Institut für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung (IER) der Universität Stuttgart durchgeführt.

Auftraggeber: Umweltbundesamt

Projektpartner

  • Freie Universität Berlin (Forschungszentrum für Umweltpolitik, FFU)
  • Universität Stuttgart (Institut für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung, IER)

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Sven Stöwhase

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Dr. Sven Stöwhase

Abteilungsleiter

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Julia Gruber

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Julia Gruber

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