Fraunhofer Blockchain-Labor

Experience Lab für Technologien, Implementierungen und Anwendungen

Studierende der Universität Bayreuth entwickeln am Fraunhofer Blockchain-Labor einen auf IOTA basierenden Platooning-Prototyp#

Das Team des Fraunhofer Blockchain-Labors der Projektgruppe Wirtschaftsinformatik des Fraunhofer FIT hat ihre neuste Entwicklung, einen Prototyp für den Transfer von Daten- und Finanztransaktionen zwischen Autos, vorgestellt.

Platooning beschreibt einen Vorgang, bei dem zwei oder mehrere Fahrzeuge in einem sehr geringen Abstand hintereinanderher fahren. Basis dieses Vorgangs ist der Austausch von Sensordaten zwischen den teilnehmenden Fahrzeugen (etwa Abstandssensoren und die automatische Steuerung des Lenkrads oder des Gaspedals). Durch den Datenaustausch sind die Fahrzeuge ähnlich einer elektronischen Deichsel digital aneinandergekoppelt und können eine Kolonne bilden. Für nachfolgende Fahrzeuge wird so eine teilautonome Fahrt möglich. Die dadurch verbundenen Einsparungen (etwa durch Windschatten oder Ruhezeiten) werden in einem Vergütungssystem abgebildet. So ermöglicht Platooning das Erlebnis des autonomen Fahrens, ohne dabei nicht-menschlichen Systemen die volle Kontrolle geben zu müssen.

Die jungen Entwickler Matthias Babel, Jonas Brügmann und Nicolas Ruhland haben mit dem wissenschaftlichen Mitarbeiter Jannik Lockl unter der Leitung von Prof. Dr. Gilbert Fridgen einen innovativen Prototyp gebaut, der sowohl im Live-Betrieb Sensordaten teilt, als auch die Zahlungsströme mittels »IOTA« abbildet. IOTA ist eine Weiterentwicklung der Blockchain-Technologie, entworfen für die Maschine-zu-Maschine-Kommunikation. Für eine bessere Veranschaulichung entwickelte das Team zudem autonom fahrende Modellautos, mit denen das Konzept erprobt werden kann. Mit ihrer Entwicklung zeigen sie den Weg auf, wie Platooning im fragmentierten Automobilmarkt in naher Zukunft umsetzbar wäre. Durch ihren Prototyp eröffnen sie eine neue Perspektive in Richtung der Zukunft des autonomen Fahrens, bei dem Platooning den Übergang zum vollautonomen Verkehr darstellt. Mit diesem Projekt nimmt das Team an der internationalen MOBI Grand Challenge mit weltweiten Teilnehmenden und renommierten Partnern (u. a. BMW, Bosch, GM, IBM) teil.