Arbeiten 4.0 – Attraktivere Arbeitsplätze für Fabriken
Projektzeitraum: Jan. 2015 – Dez. 2017 Finanzierung: 5 Millionen € aus dem EU-Förderprogramm Horizont 2020 Partner: 10 Projektkoordinator: CERTH ›Centre for Research and Technology Hellas‹ (Griechenland) |
Auch wenn seit langem von der vollautomatischen, menschenleeren Fabrik geträumt wird, verbreitete Realität ist sie noch nicht geworden. Der Mensch wird noch für lange Zeit fester Bestandteil der Arbeit in Fabriken sein. Und während sich viele Industrie 4.0-Themen vor allem der Optimierung von Maschinen und Prozessen widmen, wird die Steigerung der Attraktivität des Fabrikarbeitsplatzes bisher vernachlässigt. Dabei ist es gerade für Fabriken wichtig, an qualifiziertes Personal zu gelangen, indem sie sich attraktiv zeigen.
Im EU-Projekt SatisFactory untersuchte Fraunhofer FIT, wie beispielsweise Sensornetzwerke und andere Internet der Dinge-Technologien zur Attraktivitätssteigerung eingesetzt werden können. FIT brachte hierfür seine etablierte Middleware LinkSmart® ein. Darüber hinaus leitete FIT den nutzerzentrierten Entwicklungsprozess. Die Bedürfnisse der Arbeiterinnen und Arbeiter in drei Projektfabriken, einer Batteriefabrik, einer Roboterfabrik und einer chemischen Fabrik wurden mittels umfangreicher Interviews genau untersucht. Die Arbeitenden waren in den gesamten Entwicklungsprozess und die Evaluierung der entwickelten Prototypen miteinbezogen.
Des Weiteren wollte Fraunhofer FIT die soziale Interaktion innerhalb von Fabriken technologisch unterstützen. Konkret wurde ein elektronisches System entwickelt, über das die Arbeitskräfte Verbesserungsvorschläge einreichen konnten. Das System stellte sicher, dass die Vorschläge den richtigen Entscheider erreichen, und dass die entsprechende Person eine Rückmeldung erhält, ob ihr Vorschlag umgesetzt wird, oder auch, warum er nicht umgesetzt wird. Durch Vorschlagssysteme erfahren Arbeitskräfte Wertschätzung, während gleichzeitig viele Prozessverbesserungen aufgedeckt werden können. Die elektronische Variante stellte vor allem eine bessere Funktionsweise sicher, denn existierende Systeme führen schnell zu Frustration, wenn aufgrund fehlender Rückmeldungen das Gefühl aufkommt, dass Vorschläge eigentlich gar nicht erwünscht sind.
ErgebnisseSatisFactory hat dazu beigetragen, die Attraktivität der Arbeitsbedingungen in den Produktionsbetrieben zu steigern. Ausgelegt auf das gleiche Ziel wie die Initiative Working 4.0, dies das Umfeld von Industriearbeitsplätzen sowohl im Interesse des körperlichen als auch des emotionalen Wohlbefindens der Mitarbeitenden verbessern will, konnte dies wie folgt realisiert werden:
»Die mit der SatisFactory-Plattform erzielten Ergebnisse haben wesentlich zu den Herausforderungen beigetragen, denen sich die Fertigungsindustrie heute gegenübersieht«, so Marc Jentsch, Projektleiter am Fraunhofer FIT. Aktualisierung: Juli 2020 |