Data Science und Künstliche Intelligenz

JUPITER AI Factory

© Forschungszentrum Jülich

Am 1. November 2025 ist die JUPITER AI Factory gestartet. Mit ihr wird rund um JUPITER, Europas erstem Supercomputer der Exascale-Klasse, ein niederschwelliges KI-Ökosystem aufgebaut. Dies soll sowohl Forschenden als auch Unternehmen, inklusive KMUs und Startups, den Zugang zu erstklassigen KI-Ressourcen und Know-how ermöglichen und damit einen maßgeblichen Beitrag zur technologischen Souveränität in Deutschland und Europa leisten.

 

Die JUPITER AI Factory (JAIF) ist eine von mittlerweile 19 KI-Fabriken in Europa, die jedoch als Einzige um einen Exascale-Supercomputer herum aufgebaut wird. Im Rahmen der KI-Fabriken werden rund um europäische Supercomputer KI-Ökosysteme errichtet, die Forschenden und Unternehmen den Zugang zu Ressourcen, Diensten und Wissen im Bereich der künstlichen Intelligenz vereinfachen sollen. Das Projekt JAIF ist am 1. November 2025 mit einer Laufzeit von drei Jahren gestartet und wird zur Hälfte von der europäischen Supercomputing-Initiative EuroHPC Joint Undertaking (EuroHPC JU) und zu je einem Viertel vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) sowie dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen (MKW NRW) und dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur (HMWK) finanziert.

Die KI-Fabriken werden derzeit von der Europäischen Kommission eingerichtet, um die sich auftuende Lücke zwischen KI-Forschung und Anwendung in der realen Welt zu schließen. Hierzu sollen Forschenden in der Europäischen Union sowie europäischen Unternehmen (insbesondere KMUs und Startups) sowie dem öffentlichen Sektor der Zugang zu KI-Infrastrukturen der europäischen Supercomputer ermöglicht und vereinfacht werden.

Nachdem am 5. September 2025 bereits der Supercomputer JUPITER in Jülich unter Teilnahme von unter anderem Bundeskanzler Friedrich Merz und Ministerpräsident des Landes NRW Hendrik Wüst feierlich eingeweiht wurde, startete JAIF als zugehörige KI-Fabrik im November 2025 mit einer Auftaktveranstaltung im Schloss Rahe bei Aachen.

Kernelemente von JAIF sind einerseits die Entwicklung und niederschwellige Bereitstellung von KI-Modellen und KI-Diensten, aber auch die Bereitstellung und Verwaltung von Datensätzen, für Forschende und Unternehmen. Ein besonderes Augenmerk legt JAIF hierbei auf die Vertrauenswürdigkeit von KI-Diensten sowie der darauf aufbauenden Anwendungen. Andererseits fokussiert sich JAIF auf den Austausch mit der Industrie und dem öffentlichen Sektor. Hierzu erarbeitet JAIF Weiterbildungsangebote und bietet Co-Working von JAIF-Nutzenden, mit JAIF-Experten als Kontakt, an. Zudem unterstützt JAIF den fachlichen Austausch mit dem öffentlichen Sektor sowie Unternehmen aus dem Gesundheitswesen, dem Energiesektor, der Klima- und Umweltforschung, den Bereichen Bildung, Kultur und Medien, dem Finanz- und Versicherungswesen und Produktion / Manufacturing.

Fraunhofer FIT ist entlang all dieser Themen als Kernpartner an der Gestaltung von JAIF beteiligt. Neben der Unterstützung beim Training von KI-Modellen, deren Optimierung und der Mitentwicklung von KI-Diensten für JAIF trägt Fraunhofer FIT auf technischer Ebene zum Datenmanagement sowie zur Schaffung intuitiver und sicherer Nutzerschnittstellen bei. Darüber hinaus ist Fraunhofer FIT maßgeblich für das Customer Onboarding und Weiterbildungsangebote verantwortlich. Zuletzt ist Fraunhofer FIT beim Austausch mit Unternehmen vor allem aus den Bereichen Energie sowie Finanz- und Versicherungswesen aktiv.

Hierbei bringt Fraunhofer FIT die vielfältige Expertise der verschiedenen Abteilungen und Geschäftsfelder ein. Die Abteilung Data Science und Künstliche Intelligenz ist mit diversen Forschungsgruppen in JAIF vertreten, um die technische Entwicklung der KI-Modelle und KI-Dienste sowie Themen zu Datenmanagement und Vertrauenswürdigkeit zu begleiten. Zudem entwickelt das Weiterbildungszentrum des Fraunhofer FIT, unterstützt von der Fraunhofer-Personenzertifizierungsstelle, hochwertige und an verschiedene Wissensstände angepasste Weiterbildungen. Die Abteilung Digitale Energie fokussiert sich auf den Transfer mit Unternehmen des Energiesektors. Die Abteilung Human-Centered Engineering and Design begleitet die Entwicklung der Nutzerschnittstellen sowie nutzerzentrierte Themen wie das Customer Onboarding. Abschließend ist das Generative AI Lab mit der Dissemination der Projektergebnisse sowie der unternehmensnahen Kommunikation betraut.

Insgesamt setzt sich das JAIF-Konsortium aus dem Jülich Supercomputing Centre (JSC) des Forschungszentrums Jülich, dem KI-Center der RWTH Aachen University, den Fraunhofer-Instituten FIT und IAIS, dem hessian.AI sowie der Belgian AI Factory Antenna und der Hungarian AI Factory Antenna zusammen.

Ihr Nutzen

  • Mit JUPITER betreibt das Forschungszentrum Jülich Europas ersten Supercomputer der Exascale-Klasse in unserer Region
  • JAIF baut ein niederschwellig zugängliches KI-Ökosystem rund um JUPITER auf
  • Fraunhofer FIT begleitet Unternehmen und den Wissenstransfer in JAIF